Sinhala puluwan dä? Natürlich kann ich Singhalesisch!

Ich bin ein sehr soziales Wesen. Ich versuche immer soviel wie möglich aus dem Leben meines Gegenübers zu erfahren.  Am liebsten spreche ich mit Taxi- und Tuk Tuk Fahrern. Vier Standardfragen helfen mir im Moment, in die Welt meiner sri lankischen Mitmenschen einzutauchen.  Aus Gründen der Gleichbehandlung verläuft eine Konversation mit mir und einem fremden Menschen immer nach dem gleichen Schema:

Ich: 1. „Wie heißt du?“

Er: „Ich heiße Nadun. Oh, du kannst Singhalesisch!“

Ich: „Ich kann’s ein bisschen! 2. Kannst du Englisch?“

Er: „Ich kann ein bisschen Englisch.“

Ich: „Ich bisschen Singhalesisch, du bisschen Englisch!“

Er: Lacht. „Aus welchem Land kommst du?“

Ich: „Ich komme aus Deutschland. 3. Aus welchem Dorf kommst du?“

Er: „Ich komme aus Kurundugahahetekma, etwa 80 km von Colombo entfernt.“

Ich: „Tolles Dorf! 4. Was ist dein Beruf?“

Er (stolz): „Ich bin Uber Fahrer!“                                                                                                       (Für alle, die es nicht kennen: Private Taxifahrer, die man über eine App bucht, ist in Deutschland verboten worden.)

Mit meinen einführenden Fragen habe ich den Grundstein für eine tiefergehende Unterhaltung gelegt – Vertrauen zwischen beiden Kommunikationspartnern. Ich möchte nun noch mehr über diesen geheimnisvollen Taxifahrer erfahren. Also taste ich mich weiter behutsam vor.

Ich: „Regen, Regen, Regen!“

Er: „Regen, Regen!“

Ich: „Gut Regen für Uber Fahrer! Gut Regen!“

Er: „Regen ist gut! Haha.“

Ich: „Verkehr, Verkehr, Verkehr! Verkehr und Regen gut für Uber Fahrer!“

Damit hab ich ihn. Unser Gespräch kommt ins Rollen.

Ich versuche mich an das Wort für „Wasser“ zu erinnern und sage laut: „Ich will Wasser!“ Verdutzt greift der Taxifahrer zu seiner Wasserflasche. Ich rudere zurück und sage nein, nein, welches der Elemente in diesem Satz ist „Wasser“? – Vature. Ok. Ich zeige zum Dach des Autos und mache mit meiner Hand Fließbewegungen nach unten und sage: „Wasser, Wasser, Wasser in meiner Wohnung!“ Er, erstaunt und bemitleidend: „Oooooh, Wasser in deiner Wohnung?“ Und lacht.

Die Fahrt geht weiter und ich erkläre ihm, dass ich nicht alleine, sondern mit mehreren Leuten da bin und Freiwilligenarbeit leiste. Ich zähle laut von eins bis fünf. Was war nochmal 6 bis 10, Nadun? Und wie sagt man Woche? „Ich bin Woche 6 hier!“                     „6 Wochen!“ Ah!

Nadun ist ein ausgezeichneter Lehrer und bringt mir viele neue Wörter bei, die ich eifrig mitschreibe. Gruppe, Freund, Zug, Tschüss, Entschuldigung… Entschuldigung??? Entschuldigung! Das war das erste Wort, das ich auf Sri Lankischem Boden gelernt habe! „SINHALA PULUWAN, mein Freund!! Ich KANN Singhalesisch!“ „Natürlich Mam“, (er lacht), „sinhala puluwan!“

Hier noch einige Impressionen aus Colombo:

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Blick aus dem Fenster, Wasser ist zum Glück wieder abgelaufen
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Busfahren kann ich auch schon. Buddha oder Jesus fahren übrigens auch immer mit

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Burger’s Kong 🙂

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Die weißen Pakete auf dem Coca Cola Tresen sind Lunchpakete mit Reis und Curry, die man für ca. 1 Euro auch oft an Straßenecken erstehen kann, besser als jedes deutsche Kantinenessen

 

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In dieser 1m breiten Gasse gibt es nicht nur einen Obst- und Gemüseladen, sondern hinten im dazugehörigen Haus auch ein Futtern-direkt-bei-Muttern-Restaurant
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Hier hat Muttern wahrscheinlich eingekauft

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Die Sri Lankis knabbern gerne, ich empfehle scharfe Maniok Chips
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Dieses Tante Emma Tuk Tuk hat alles, was das Männerherz begehrt

 

 

 

 

 

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2 Gedanken zu „Sinhala puluwan dä? Natürlich kann ich Singhalesisch!“

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