Vamos a la playa

Wir sind mittlerweile gesund und munter in Bogotà angekommen und haben endlich wieder Internet. Über die nächsten Tage verteilt werden wir aber erstmal über unsere Erfahrungen in Kuba berichten.

Nach einem langen und langweiligen Flug (kein Unterhaltungsprogramm inklusive bei Condor selbst auf Langstreckenflügen!) sind wir an unserem ersten Ziel gestrandet – den endlosen playas in Kuba! Aufregend waren lediglich die ersten beiden Minuten nach dem Start des Flugs von Düsseldorf nach Frankfurt. Direkt nach dem Start ging unser Flugzeug nämlich in einen steilen Sinkflug über. Nach kurzem Schreckmoment meldet sich der Pilot. Die Instrumente hätten wohl eine Kollisionswarnung angezeigt, so dass er ein Ausweichmanöver fliegen musste. Glücklicherweise hat sich das ganze nach Rücksprache mit der Flugsicherung nur als Phantomwarnung erwiesen. Jetzt wissen wir zumindest wie sich Parabelflüge anfühlen… Im Vergleich dazu waren die restlichen 11 Stunden Flug dann ziemlich ereignislos. 

Die ersten vier Tage in Kuba haben wir zum Ausspannen und Akklimatisieren in Varadero verbracht. Wir haben ausgiebigen Gebrauch der berühmten kilometerlangen weißen Sandstrände gemacht. Das Wasser ist total flach, türkisblau und badewasserwarm. Rebecca friert natürlich trotzdem. Man fühlt sich eigentlich mehr wie im Pool als im Meer. Die Kubaner kommen meistens mit riesigen Kühlboxen voller Rum zum Strand. Dort wird dann ein Sonnenschirm im Meer aufgespannt unter dem sie stundenlang im Wasser sitzen und ihren Rum genießen, kostenlose Musikbeschallung aus allen Ecken inklusive (empirische Beobachtung: je lauter die Musik bzw. je größer der Lautsprecher, desto älter ist der Besitzer). Tatsächlich ist Rum das einzige, was man hier in Varadero als billig bezeichnen kann (in einigen Restaurants sogar deutlich preiswerter als Wasser!). Ansonsten ist das Preisniveau ähnlich wie in Deutschland, also für die meisten Kubaner bei einem durchschnittlichen Monatslohn von umgerechnet etwa 20 € unerschwinglich.

Rebecca macht Faxen im Meer

Wir wohnen in einer Casa Particular (Bertha y Alfredo) direkt am Strand. Casas Particulares sind Privatunterkünfte, die seit 2011 von der kubanischen Regierung erlaubt sind. Dabei vermieten Kubaner einen Teil ihrer Wohnung an Touristen (meistens ein bis zwei Zimmer). Man kann daher (zumindest etwas) mehr vom kubanischen Alltag erfahren als in den All-inclusive Hotels, für die Varadero ebenfalls bekannt ist. Bertha hat das kapitalistische System offensichtlich recht schnell verinnerlicht und gibt sich mittlerweile ziemlich geschäftstüchtig. Bei ihr kann man das Frühstück und Abendessen dazu buchen. Dieses muss man aber einige Stunden vorher bestellen, damit die Zutaten noch rechtzeitig organisiert werden können (Supermärkte gibt es nicht) oder sich die Gastgeber mental auf Arbeit am Abend einstellen können, denn jeder zusätzliche Handschlag kostet im tropischen Klima ein paar Tropfen Schweiß mehr.

Blick von unserer Dachterrasse zum Meer

Wir haben hier ein sehr nettes tunesisch-stämmiges Pärchen aus Frankreich kennengelernt, Ismahane und Nadhem, die das zweite, kleinere Zimmer gebucht haben. Dieses sollten wir eigentlich bekommen, obwohl Rebecca per E-Mail das größere reserviert hatte. Offensichtlich hält Bertha das viel geräumigere Zimmer für alle Kunden bereit, die zum Ersten mal bei ihr sind, damit sie sie ja weiterempfehlen, oder so wie Rebecca, wiederkommen. Die kubanische Großfamilie, die samt Oma und Opa unser größeres Zimmer bekommen sollte, blieb schließlich aus. Zum Glück! Denn mit unseren Zimmernachbarn kam es zum Austausch einer Reihe von Ausflugstipps auf der Insel. So unterhielten sie sich mit Niko angeregt über die berühmte Bahía de Cojones. Nun gut, cojones und cochines sind sich vom Wortstamm aber auch wirklich ähnlich. So wurde die Schweinebucht zur Eierbucht. Da verwundert es auch nicht, dass Ismahane in ihrem letzten Spanienurlaub eine Paella ohne cojones bestellt hat (cochon heißt auf französisch Schwein). Ismahane und Nadhem haben uns eine ganze Reihe von Empfehlungen für die weiteren Stationen unserer Reise, insbesondere in Kolumbien und Vietnam, gegeben. Als Dankeschön haben wir unseren Rum und unsere Zigarren mit ihnen auf der Dachterasse geteilt. Die Zigarren hatte Rebecca bereits vor zwei Jahren in Kuba gekauft. Wir haben es aber leider nicht geschafft sie in Deutschland aufzubrauchen. So wurden wir wahrscheinlich zu den ersten Touristen, die kubanische Zigarren nach Kuba importierten.

Unsere Nachbarschaft

Einziger Wermutstropfen bisher: Rebecca hat Zahnschmerzen. Leider wurde ein Tag vor unserer Abreise eine Zahnentzündung festgestellt, die eigentlich operiert werden müsste. Mangels Zeit hat die Zahnärztin ihr Antibiotika für den Notfall mitgegeben. Leider sind dann tatsächlich bereits ab dem ersten Tag nach dem Essen starke Zahnschmerzen aufgetreten. Bisher hält sie sich noch mit regelmäßigen Mundspülungen mit Rum über Wasser und musste die Antiobiotika noch nicht nehmen. Wir hoffen, dass es bald von alleine besser wird und wir nicht testen müssen, ob das kubanische Gesundheitssystem tatsächlich so gut ist wie sein Ruf; Kuba hat angeblich mehr Ärzte als ganz Afrika und die medizinische Versorgung bis hin zu komplizierten Operationen ist für alle Kubaner kostenlos!

Ein Traum in türkis
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4 Gedanken zu „Vamos a la playa“

  1. Na klingt ja richtig nach Urlaub 😉. Schön das man euch so mitbegleiten kann! Ich hoffe für Rebecca dass der rum seine Wirkung nicht verliert und dass sich die schmerzen in zigarrenrauch verflüchtigen.
    Hoffe daß ihr weiter lauter tolle Erfahrungen und Erinnerungen sammelt und dann bei wiederankunft mit einem reisevortrag beglückt.
    Bis dahin viel Spaß und LG aus hassel von uns.

    Gefällt 1 Person

    1. Danke!! Rebecca gehts besser und sie kann wieder kraftvoll in die kolumbianischen Arepas (gebratene Teigfladen aus Maismehl) beißen. Den Reisevortrag bekommt ihr doch jetzt schon, exklusiv und nur für euch!

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