Monteverde

Zwei der größten Reservate Costa Ricas, Monteverde und Santa Elena, liegen von La Fortuna aus gesehen gleich auf der anderen Seite des Vulkans Arenal. Da außer dem Vulkan auch noch ein See im Weg ist, dauert es mit öffentlichen Bussen aber mal wieder über acht Stunden für kaum 40 Kilometer Luftlinie. Wir haben uns daher für die alternative Jeep-Boot-Jeep-Tour entschieden. Im Minivan ging es von La Fortuna aus in einer halben Stunde bis ans Ufer des Sees Laguna de Arenal, wo schon ein kleines Boot auf uns wartete. Nach einer weiteren halben Stunde standen wir am anderen Ufer und konnten unsere Fahrt mit dem zweiten Minivan fortführen. Wieso das ganze Jeep-Boot-Jeep heißt, obwohl gar kein Jeep vorkommt, hat sich uns nicht so ganz erschlossen. Wahrscheinlich klingt es so spektakulärer. Während die Fahrt zum See ganz angenehm war, wurden wir nun fast zwei Stunden lang ziemlich durchgeschüttelt, da man die schlaglochübersäte Schotterpiste kaum Straße nennen konnte. Wie wir später erfahren haben, sind die Zufahrtswege nach Monteverde alle legendär schlecht, da man so den Touristenstrom etwas eindämmen möchte. Klappt aber eher schlecht als recht.

Vom See aus konnte man den Vulkan schön sehen
Der zweite Minivan wartete abfahrbereit am anderen Ufer
So und schlimmer und viel steiler sahen die Straßen aus

In Monteverde wohnen wir in einem kleinen Häuschen, dem Kolibrihaus, direkt am Rande des privaten Reservats Bajo del Tigre. Dieses ist Teil des viel größeren Schutzgebiets Bosque Eterno de los Niños (¨Ewiger Wald der Kinder¨). Wir hatten das Glück bei unserem Besuch einen der Gründer kennenzulernen, der zufällig gerade nach dem Rechten sehen wollte. Er hat uns erzählt, wie damals Mitte der 1980er Jahre alles entstand. In einer schwedischen Schulklasse wurde der Regenwald vorgestellt. Als die Kinder hörten, wie gefährdet er ist, haben sie beschlossen Geld zu sammeln, um den Wald zu schützen. Davon hat erst die regionale Zeitung Wind bekommen und anschließend das nationale Fernsehen. Und plötzlich hatten die Kinder eine Million Dollar zusammen. Die schwedische Regierung wollte sich nicht lumpen lassen und hat noch eine weitere Million draufgelegt. Wie unser neuer Bekannter berichtete, musste man in den 80ern nur das Wort ¨Regenwald¨ erwähnen und schon wurde man mit Geld überhäuft. Mit diesem wurden dann nach und nach Grundstücke in Zentral Costa Rica aufgekauft, die vorher, oft illegal, gerodet und als Weide- und Ackerland verwendet wurden. Das Gebiet wuchs immer weiter als in anderen Ländern ebenfalls Spendenaktionen von Kindern gestartet wurden. Heute ist das Schutzgebiet etwa 220 Quadratkilometer groß und wächst immer noch. Da soll noch einer behaupten Kinder könnten nichts bewegen.

Unser kleines, süßes Kolibrihäuschen
Passend zum kleinen Häuschen wuchsen direkt daneben Miniorchideen. Diese waren noch nicht einmal die kleinsten der Welt.
Dafür gab es Riesenbienchen und Blümchen

Rebecca versucht vergeblich Mocca, den Haushund, zu erziehen

Wie könnte man diesen treudoofen Augen auch einen Wunsch abschlagen

Der größte Teil der Reservate ist für Touristen nicht zugänglich. Wir haben daher nur ein bisschen vom Rand erkunden können. Aber auch da haben sich schon jede Menge Tiere gezeigt. Da wir ja direkt gegenüber wohnten, mussten wir noch nicht mal das Haus verlassen, um Agoutis, Tukane, Affen und Kolibris zu beobachten. Aber natürlich sind wir auch wandern gegangen, da wir uns mittlerweile wieder von der Vulkanbesteigung erholt hatten.

Den Tukan konnte man von unserem Bett aus beobachten

Blick von unserem Balkon aufs Reservat. Für Leute mit scharfen Augen: auf der Banane unten rechts sitzt ein Affe und klaut aus Nachbars Garten.

Im Reservat selbst sah man sie von ganz nah. Er hier wollte uns zum Beispiel nicht durchlassen und hat seine Zähnchen gezeigt.
Hier dachten wir triumphierend, wir hätten es endlich geschafft, einen Quetzal zu sehen. Der Parkwächter hat uns aber die Illusion genommen. Trotzdem ein schöner Vogel.
Der Weg war nur etwas über 3 km lang. Niko freut sich trotzdem.

Neben dem Bajo del Tigre, der direkt neben unserem Haus begann, haben wir noch Curi-Cancha, eines der anderen Reservate, besichtigt. Es war sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich die beiden sind, obwohl sie kaum zwei Kilometer voneinander entfernt liegen. Während Bajo del Tigre wie ein Regenwald wirkt, hatten wir in Curi-Cancha immer mal wieder das Gefühl wir würden durch einen deutschen Laubwald laufen.

In Curi-Cancha haben wir uns gelegentlich an die Heimat erinnert gefühlt.
Rebeccas neues Lieblingstier: ein Agouti in freier Wildbahn
Ein Coati, eine Art Nasenbär, hat sich auch blicken lassen
Niko mit Moskitoschutz. Trotzdem wurde er gestochen. Blöde Biester.
Die Wege in beiden Reservaten waren bis auf uns menschenleer.

Vom Reservat aus konnte man die kontinentale Wasserscheide sehen: Regen, der auf der anderen Seite dieser Hügel fällt, fließt in den Atlantik; diesseitiger Regen in den Pazifik
Dieser Baum hat als Parasit einen anderen Baum befallen und ihn abgetötet. Dort wo der ursprüngliche Baum stand ist jetzt ein Hohlraum.
Ein Blue Morpho, der größte Schmetterling Costa Ricas
Das Kolibrihäuschen hat seinen Namen nicht umsonst.

Obwohl der Ort Monteverde an die 2.000 Einwohner hat, gibt es keinen richtigen Ortskern mit Kirche und zentralem Platz. Die Häuser und Fincas liegen alle verstreut in einem riesigen Gebiet. Kurz vor unserer Ankunft hatte ein Blitzeinschlag das Internet in unserem Häuschen zerstört. War jetzt nicht besonders schlimm, mal wieder von der Außenwelt abgeschnitten zu sein, denn so konnten wir uns besser auf die Natur um uns herum konzentrieren. Trotzdem sind wir einmal am Tag die Straße runter in ein Café mit köstlichem Kaffee aus der Region gelaufen und haben uns an deren WLAN gehängt. Eine Kooperative mit selbst gebasteltem Touri Schnickschnack der Frauen aus der Region und eine Art Bio-Laden gab es nebenan und so war unsere Nahrungsaufnahme gesichert. Ohne Auto ist man in Costa Rica sonst doch ganz schön aufgeschmissen. 

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2 Gedanken zu „Monteverde“

  1. Mann mann mann, was ihr so alles seht und berichten könnt. Beneidenswert bis auf nikos „Erkältung “ und Rebeccas Ausschlag! Es macht sehr viel Spaß euren Blog zu lesen und somit ein kleinen Einblick zu erhalten. Man fühlt sich ein Kleinwenig mitgenommen, dabei zu sein 😊 LG und bis zum nächsten Eintrag, wobei ich mir zwischen den leseeinheiten immer zeit lasse!😘lg auch von evi und Merle

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