Nature, Peace, Love

Jedem Tierchen sein Plaisierchen, aber nachdem der geheime Küchenzoo in Carlos` Hotel aufgeflogen war, sind wir also am nächsten Tag umgezogen. Als wir ein paar Tage später auf dem Ökomarkt, einen Katzensprung von Carlos´ Hotel entfernt, einkaufen waren, stand die Polizei vor seiner Tür. Sofort dachten wir an Gästetod durch Schlangenbiss. Neugierig wie wir waren, sind wir zu ihm gegangen und haben gefragt, was denn los sei. Entwarnung: der Ort würde vermessen werden, doch der Schlange ginge es nicht gut, denn sie sei nun einen Kopf kürzer. Tatsächlich hat Carlos sie in einer Müllecke mit leeren Plastikflaschen erwischt, über die sich Rebecca schon bei unserer Ankunft mockiert hatte. Genau an dieser Müllecke mussten wir abends immer im Dunkeln vorbei – es gab kein Licht – um in die Küche zu kommen. Es war also reine Glückssache, dass wir nicht aus Versehen auf die Schlange getreten waren…

Schön aufgeräumt war dagegen die Küche in unserer neuen Unterkunft und sie wurde doch tatsächlich auch mehrere Male am Tag gereinigt. Dazu gab es Anweisungen bezüglich Essen und Hygienemaßnahmen, damit keine unerwünschten Dschungeltiere angelockt werden. Da hätte Carlos noch was lernen können!

Es kann nur Zufall sein, dass wir wieder im Hotel einer deutschen Auswanderin gelandet sind, die ebenfalls wie Andrea aus Cahuita seit über 20 Jahren in Costa Rica wohnt. Obwohl das leicht esoterisch angehauchte Hotel nett gemacht ist und über eine gemütliche Gemeinschaftsterrasse verfügt, hat sich Milly dazu durchgerungen, es abzugeben. Zu nervenaurfreibend seien die nicht so erträglichen Wintermonate (also unser Sommer) und dafür zu stressig der Sommer. Außerdem ginge bei dem Klima ständig was kaputt und so sah man Milly und Mannschaft jeden Tag, wie sie Tische und Zimmer strichen oder andere Reparaturen ausführten. Trotzdem ein gut gehendes Hotel, wie wir in vier Tagen mitbekommen haben, also wenn jemand ne halbe Mille lockermachen will? Viel Arbeit im feuchtwarmen Klima inklusive. 

Der Eingang zum Hotel. Auf den ersten Blick ist erkennbar, dass wir bei den Hippies gelandet sind.
In dieser Hütte haben wir gewohnt.
Die Gemeinschaftsterrasse von oben.
In den Hängesesseln haben wir die meisten Abende verbracht.
Auf dem oberen Balkon gab es Liegemöglichkeiten, wo man abends durchaus öfter Pärchen im Drogenrausch antreffen konnte.
Von oben hatte man auch Blick aufs Meer.

Montezuma wird von den Ticos liebevoll Montefuma (von fumar = rauchen) genannt, denn es ist bekannt für seine Alt- und Neu-Hippies, die rauchend Straßen und Strände bevölkern. Ein paar Überbleibsel waren da, aber viel haben wir in der Nebensaison nicht mitbekommen, vielmehr schien das Dörfchen fast wie ausgestorben und jedes zweite Hotel oder Restaurant war geschlossen. Da wir aufgrund der sehr hohen Preise in den Restaurants sowieso selbst gekocht haben, war das aber nicht so schlimm für uns.

In dieser Bruchbude haben wir fantastischen Fisch gegessen. Danach waren wir allerdings mindestens genauso geräuchert wie er, da der Rauch aus dem Kamin direkt ins Obergeschoss zog.

Montezuma haben wir uns ja vor allem zum Entspannen vom ganzen Reisen ausgesucht. Das haben wir auch jeden Tag getan; morgens Terrasse, nachmittags Strand. Die Strände waren menschenleer und wir konnten uns die besten Plätze aussuchen. Die Wellen und Strömungen waren, gerade bei Flut, zu stark, um sicher schwimmen zu können. Erst ein paar Tage vorher ist ein unvorsichtiger Einheimischer ertrunken. Für etwas Abkühlung in der Brandung hat es aber allemal gereicht.

Unser Mittagessen bestand meistens aus Tortillas und Avocado.
Kleine Bootsanlegestelle im Ort.

Einen kleinen Ausrutscher von unserer Nichtstun-Routine gab es allerdings. Wir haben versucht zu einem Wasserfall zu klettern, der vom Ort aus nur wenige Minuten entfernt liegt. Mit unseren Flip-Flops kamen wir aber nicht gut über die Felsen und als uns dann noch ein junges Pärchen entgegenkam, das den Aufstieg abgebrochen hatte, da der Weg überflutet war, beschlossen wir, es den beiden gleichzutun und ebenfalls wieder zurück zu unserem Lieblingsplatz am Strand zu gehen. Wegen des starken Gewitterregens am Abend davor, war das Wasser eh nur eine braune Brühe, die nicht unbedingt zum Baden eingeladen hat. Der Wasserfall ist wohl eher ein Abenteur für die Trockenzeit.

Mit vollkommen falschem Schuhwerk auf dem Weg zum Wasserfall.
In dieser braunen Brühe wollten wir nicht wirklich baden.

Unsere Woche in Montezuma ging schneller vorbei als uns lieb war und es war langsam an der Zeit, sich von Costa Rica zu verabschieden. Unsere letzte Nacht haben wir in San José verbracht, das ungefähr 5 Stunden Fahrt von Montezuma entfernt liegt. Wieder mussten wir eine Fähre nehmen, um den Golf von Nicoya zu überqueren. Nur dass wir jetzt am Sonntagabend unterwegs waren statt am Montagnachmittag wie bei der Hinfahrt. Was für ein Unterschied! Die Fähre war gerammelt voll mit größtenteils angetrunkenen Wochenendausflüglern, die überall auf dem Schiff zur lauten Musik getanzt und weitergetankt haben. Wir konnten nur nüchtern und staunend zusehen.

Im Vergleich zur Hinfahrt war die Fähre gerammelt voll.
Als es dunkel wurde, ging die Partybeleuchtung an.

In San José hatten wir uns ein sehr nettes Maisonette-Appartment ausgesucht. Leider konnten wir die schöne Wohnung kaum genießen, da wir wegen des obligatorischen Staus erst recht spät ankamen und morgens schon gleich zum Flughafen mussten. Vielleicht ein anderes Mal, was durchaus wahrscheinlich ist, da uns Land und Leute wirklich sehr gut gefallen haben. Zum Glück stand der Wind günstig, so dass die Vulkanasche von San José weg geblasen wurde und unser Flug nach Cancún pünktlich abheben konnte. Ursprünglich wollten wir nur zwei Wochen im Land bleiben, aber tatsächlich sind es dann 18 Tage geworden. Costa Rica hat den Ruf das teuerste Land Mittelamerikas zu sein. Deswegen haben wir auch sehr großzügig mit Tagesausgaben von 130 Euro gerechnet. Da wir in der Nebensaison da waren und außerdem fast immer selbst gekocht haben, sind wir aber mit gerade mal 70 Euro über die Runden gekommen. Trotz der vier zusätzlichen Tage ist der Puffer im Reisebudget also wieder etwas gewachsen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s