Turteln in Tulum

Trotzdem wir nun zwei Wochen in Montezuma und Cancún fast ständig am Strand verbracht haben, konnten wir immer noch nicht genug bekommen. Wir hatten von einigen Leuten und Reiseführern den Tipp bekommen, dass Tulum, knapp zwei Stunden südlich von Cancún, die besten Strände Mexikos haben soll. Wir wollten uns nicht nur auf das Urteil anderer verlassen und haben uns daher selbst auf den Weg gemacht. Um es kurz zu machen: es stimmt. Wir haben ja nun schon so einige Strände auf unserer Reise besucht, aber die in Tulum können alle toppen.

Aber eins nach dem anderen. Nach Costa Rica war Mexikos öffentliches Bussystem eine wahre Wohltat. Die Busse (und Straßen) können mit deutschen Standards mithalten, fahren pünktlich und sind noch spottbillig dazu. Wir haben sogar einen Bus gesehen, der getrennte Männer- und Frauentoiletten hatte. Im Rest Mittelamerikas wären wir ja schon über eine Toilette im Bus froh gewesen. Da der Weg nach Tulum aber nicht besonders weit ist, haben wir uns allerdings doch nur für einen Minivan entschieden, der sofort losfuhr, da wir auf den Luxusbus zwei Stunden hätten warten müssen. In Playa del Carmen mussten wir umsteigen und da der neue Van durch Zuruf der Passagiere an jeder Milchkanne hielt, haben wir so noch ein paar Dörfer von innen sehen dürfen. 

In Tulum hatten wir die Wahl uns in der Stadt selbst oder am ca. 3 km entfernten Strand einzumieten. Wir haben uns für ersteres entschieden, da die Preise am Strand ziemlicher Wucher waren. Die Stadt hat zumindest auf den ersten Blick keinen besonderen Charme. Das gesamte Leben spielt sich entlang der Hauptstraße ab, an der sich Souvenirstände, Imbissbuden, Bars, Restaurants und Hotels abwechseln. Wie überall an der mexikanischen Karibikküste gibt es unglaublich viele Amerikaner. Trotzdem haben wir die Stadt nach ein paar Tagen irgendwie ins Herz geschlossen.

Fahrräder sind ein beliebtes Fortbewegungsmittel in Tulum
Liebevoll restaurierte und teilweise umfunktionierte VW Käfer gab es öfter zu sehen
Nicht alle Taquerías haben so kunstvoll Werbung für sich gemacht
Der Garten Eden liegt mitten in Tulum

Zum wiederholten Male hat sich unsere Unterkunft als Glücksgriff entpuppt. Sie heißt ¨Secret Garden¨ und in der Tat ist der Garten das absolute Highlight des Hotels. Auf einer Seite des Gartens befinden sich vier normale Hotelzimmer und auf der anderen drei rustikale und geräumige Hütten mit Strohdach. Eine davon wurde unsere. Die ganze Anlage ist also nicht besonders groß und daher war alles sehr familiär gehalten. Gleich nach der Ankunft wurde uns sehr detailliert erklärt, was man in der Gegend alles machen kann. Recht schnell war klar, dass wir mit nur zwei vollen Tagen zu wenig Zeit eingeplant hatten und daher haben wir spontan noch um einen Tag verlängert.

Der geheime Garten unseres Hotels
Die Gärtner haben sich echt Mühe gegeben
Unsere Strohhütte von außen…
… und von innen

Die größte Sehenswürdigkeit Tulums sind zweifellos die alten Mayaruinen. Sie liegen etwas außerhalb des Orts, weswegen wir uns für günstige 2 Euro am Tag Fahrräder geliehen hatten. Nach einer halben Stunde Strampelei unter der sengenden mexikanischen Sonne waren wir da.

Die rasende Rebecca beim Radeln
Niko musste ganz schön strampeln um mitzuhalten

Die Ruinen sind sehr gut erhalten und das Gelände ist traumhaft schön. Nur Schatten gibt es leider keinen. Wie alle Mayastätten wird auch diese von Touristen überrannt, die mit riesigen Reisebussen herangekarrt werden. Wussten wir natürlich und deswegen waren wir etwas früher da. Es war daher zunächst auch noch einigermaßen erträglich, sowohl was Wärme als auch Besucherzahl anging. Die Besonderheit der Ruinen liegt darin, dass sie direkt auf einer Klippe am Meer gebaut wurden. Beim Blick auf das türkisblaue Wasser und den Puderzuckerstrand wird klar, dass die alten Mayas durchaus Geschmack hatten. Auf dem Gelände gibt es sogar einen kleinen Strand, so dass man direkt unter den Ruinen schwimmen kann.

Das Castillo, das Prunkstück der Mayastätte in Tulum

Wo kann man sonst vor einer solchen Kulisse baden?
An den Farben konnten wir uns gar nicht satt sehen
Das Castillo vom Meer aus gesehen
Wo es keinen Schatten gibt, macht Rebecca ihn sich halt einfach selber

Als Rebecca dann irgendwann kurz vorm Hitzschlag war, haben wir die alten Mayas und die immer zahlreicher werdenden Touristen hinter uns gelassen und sind mit den Fahrrädern zu einer Hotelanlage am Strand gefahren. Dort gab es im Schatten unterm Baldachin erstmal eine Kokosnuss für Rebecca, deren Saft sie wieder halbwegs zurück ins Leben geholt hat. Als der nette Kellner ihr die Kokosnuss geöffnet und die Fruchtstreifen zusammen mit Limette und einer Würzmischung aus Chilis, Salz und getrockneten Limettenstückchen servierte, war sie nach deren Genuss wieder bei vollen Kräften. Den Rest des Tages haben wir entspannt zwischen Planschen im Meer und Dösen unterm Baldachin verbracht.

Da konnten wir bequem den ganzen Tag verbringen
Es gab immer was zu sehen. Die Vögel wurden von den Resten der Fischköder angelockt.
Auch die Ruinen waren noch in Sichtweite

Die ganze Yucatán-Halbinsel ist voller Cenoten. Das sind Wasserlöcher, die ursprünglich unterirdisch waren und die durch den Einbruch des darüberliegenden Kalksteins ans Tageslicht kamen. In der Gegend von Tulum liegen gleich mehrere davon. Wir haben die größte, die Gran Cenote, besucht. Auch hier ist es wichtig früh genug morgens da zu sein, da es sonst nur so von Besuchern wimmelt. Dank Fahrrad waren wir ja zum Glück flexibel. Nur ein Teil der Cenote liegt unter freiem Himmel. Die restlichen Teile sind höhlenartig immer noch von Kalkstein überdacht. Das Wasser war kühl, aber sehr erfrischend bei den tropischen Temperaturen. Eine kleine Höhle konnte man durchschwimmen und den Fledermäusen an der Decke beim Schlafen zusehen. Am Rand der Cenote konnte man außerdem die Schildkröten beim Sonnen beobachten. Insgesamt war es eine tolle Erfahrung und mal etwas anderes als immer nur im Meer zu schwimmen. Wir hoffen, dass es nicht unser einziger Cenotenbesuch während unserer Zeit in Mexiko bleibt.

Ein Teil der Gran Cenote
Das Wasser war herrlich klar und erfrischend
Selbst Rebecca fand die Temperatur erträglich, zumindest in der Sonne
Da schwamm sogar ’ne Braut im Wasser
Durch diese Höhle konnte man schwimmen
Die Fledermäuse haben sich von den Schwimmern scheinbar nicht um ihren Schönheitsschlaf bringen lassen
Neben turtelnden Pärchen gab es in der Turtle Zone natürlich auch noch echte Schildkröten

Wir hatten ja schon im letzten Beitrag erwähnt, wie begeistert wir vom Essen in Mexiko sind. Die Begeisterung hält auch in Tulum an. Dort waren wir mehrmals in Taquerías essen, in denen man besonders vielen Einheimischen begegnen kann. Wie der Name schon vermuten lässt, gibt es dort Tacos, in der Regel mit Fleischbelag und mehrere Soßen und Limetten zur Auswahl. Am zweiten Abend waren wir experimentierfreudig und haben alle Tacoarten bestellt, die es gab. Erst im Nachhinein hat Rebecca die Namen übersetzt und erstaunt festgestellt, dass wir neben den herkömmlichen Sorten (Steak, Hähnchen, Dönerfleisch aus Schwein und Ananas) auch Hirn, Zunge und Innereien vom Stier gegessen haben. War aber trotzdem lecker. Insbesondere auch die Soßen hatten es Niko angetan, die alle zwischen teuflisch scharf und höllisch scharf rangierten, zumindest für unsere europäischen Gaumen.

Einmal waren wir auch auf Empfehlung in einem richtigen Restaurant essen: sehr lecker und außergewöhnlich.  Rebeccas Tortillas schwammen in einer Schokoladensoße! Dazu gab es Chaya-Limettensaft. 
Meistens waren wir aber eher bei den Imbissen unterwegs. Essen am Bügelbrett inklusive.
Und das war die fröhliche Burritobräterin
Und so sieht es in einer echten mexikanischen Taquería aus
Man bekommt meist nur Tacos mit Fleisch. Die restlichen Beilagen und Soßen sucht man sich selber aus.
So sah dann das Endprodukt aus. Und danach gab’s noch einmal die Bestenrunde.
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2 Gedanken zu „Turteln in Tulum“

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