​Zwei Teufelchen in der Stadt der Engel

Von allen großen US-Städten gehört Los Angeles sicherlich zu denen, die am wenigsten sehenswert sind. Die Stadt ist ein Riesenmoloch mit im Vergleich zu ihrer Größe vernachlässigbar wenigen Sehenswürdigkeiten. Der einzige Grund wieso sie überhaupt auf unserer Route gelandet ist, ist dass sie den einzigen Flughafen in ganz Amerika hat, von dem aus es Direktflüge nach Fidschi gibt. Niko war schon vier Mal dort, aber da Rebecca die Stadt noch gar nicht kannte, haben wir beschlossen, zwei Tage zu bleiben. Ohne Auto geht in LA fast gar nichts, daher war unser erster Halt nach der Ankunft die Autovermietung. Beinahe hätten wir schon wieder so ein riesiges SUV wie in Austin bekommen, aber zum Glück war auch noch ein etwas normaleres Auto frei. Wir hatten im Voraus keine Unterkunft gebucht und sind zunächst einfach mal drauflos gefahren bis wir am Santa Monica Boulevard ein Motel zu einem mehr oder weniger vernünftigen Preis gefunden haben. LA ist leider sehr teuer und so hatten wir mit Sicherheit das abgewohnteste Zimmer mit dem höchsten Preis unserer bisherigen Reise bezogen.

Ein kleiner Teil der Riesenstadt aus der Luft. Ab hier sind wir noch zwanzig Minuten weiter geflogen. 
Unser typisch amerikanisch, etwas abgewohntes Motel

Unsere erste Station am nächsten Tag nach dem leckeren Supermarktfrühstück war Santa Monica Beach. Die Strände in LA sind tatsächlich sehr nett und sehenswert. Zum Schwimmen war es zu kalt, aber beim Strandspaziergang konnte man Unmengen von Surfern beobachten, die im Wasser vor den Wellen Schlange standen. Wir sind bis Venice Beach gelaufen, um dort die coolen, alternativen Leutchen zu begutachten. Leider wimmelte es hier aber auch nur so von Obdachlosen.

Am Santa Monica Beach. Rebecca war erkennbar glücklich.
Das Santa Monica Pier aus der Ferne
Als Surfer in LA braucht man sehr viel Geduld, wenn man eine Welle für sich will

In den unzähligen Souvenirläden gibt es T-Shirts mit allen möglichen lustigen Sprüchen. Nikos Favorit war ¨I´m too sexy for my hair, that´s why it isn´t there¨. Er bildet sich allerdings ein, noch ein paar Jahre vor sich zu haben, bevor er es berechtigt tragen kann. Am berühmten Muscle Beach war leider kein Muskelmann in Sicht. Sonntags haben die scheinbar frei. Daher sind wir weiter an der Strandpromenade vorbei zurück zum Santa Monica Pier gelaufen. Das Pier mit seinem Riesenrad, der Achterbahn und den vielen anderen Fahrgeschäften hat wahrscheinlich jeder schon mal im Fernsehen gesehen. Außer den Toiletten haben wir aber nichts benutzt.

Da die echten Muskelmänner nicht da waren, musste Niko fürs Foto herhalten. Nach ein bis zwei Wochen Training darf er hier bestimmt auch in den Ring.
Hier dreht sich alles nur um Sport und cooles Aussehen
Hier kann man sich Marihuana besorgen – nur zu medizinischen Zwecken versteht sich
Was man wohl mit einer Trump Voodoo Puppe alles anstellen kann…
 Mit so vielen halbnackten Sportlern im Hintergrund ließ Rebecca sich gerne fotografieren

Auf dem Santa Monica Pier war wie immer die Hölle los

 Nix Kelly Family – die älteren Mädels dieser Familienband hatten ganz schöne Reibeisenstimmen

Kein Besuch in Los Angeles wäre komplett, ohne dass man zumindest einmal Hollywood und den Walk of Fame gesehen hat. Und sei es nur, um sich im Nachhinein zu fragen, wieso da so ein großer Hype drum gemacht wird. Also haben auch wir uns dort eine knappe Stunde zwischen den Touristenmassen durchgequetscht. Da wir dann eh schon so nah an den Hollywood Hills waren, haben wir anschließend einen Ausflug in eben jene gemacht. Der berühmte Mulholland Drive hat uns bis zum Runyon Canyon Park gebracht, wo wir zwischen Klapperschlangen ein wenig spazieren und einen tollen Ausblick über die ganze Stadt genießen konnten. Auf der anderen Seite ging es dann zwischen den Häusern der Reichen und Schönen wieder nach unten. Wir haben uns keine der Star-Stadtkarten gekauft, in dem denen die Wohnhäuser der Hollywoodstars aufgeführt sind, also haben wir auch keinen zu Gesicht bekommen bzw. haben wir vielleicht schon, aber einfach ohne drei Tonnen Make-up nicht erkannt.

Der berühmte Walk of Fame
Man’s Chinese Theater in Hollywood mit den unvermeidlichen Touristenmassen
Und alles nur wegen der paar Buchstaben da oben rechts
Selbst aus den unendlichen Weiten sind Touristen angereist. Vielleicht war er aber auch ein Straßenkünstler von nebenan.
Im Runyon Canyon Park mit Downtown LA im Hintergrund
Villen über Villen auf der anderen Seite des Hügels

Zuletzt wollten wir uns mal wieder etwas Kunst und Kultur gönnen und das Getty Center besuchen. Leider waren wir etwas spät dran und erst 20 Minuten vor Ende der Öffnungszeiten dort, also mussten wir es bei einem Blick von außen belassen. So hatten wir dann alles, was wir von LA sehen wollten in weniger als einem Tag erledigt.

Da unser Flug am zweiten Tag erst abends um 23:30 Uhr ging, hatten wir noch einen ganzen Tag zur Verfügung. Um Rebecca zu beweisen, dass es in Kalifornien auch schöne Städte gibt, sind wir von Los Angeles nach Norden ins knapp anderthalb Stunden entfernte Santa Barbara gefahren. Niko war erst im letzten Herbst mit seiner Schwester dort (während Rebecca unsere Wohnung renoviert hat) und kannte daher noch ein paar schöne Ecken. Die Stadt liegt sehr schön zwischen den Santa Ynez Mountains auf der einen und dem Pazifik auf der anderen Seite. Dazu kommt dann noch das ganzjährige mittelmeerartige Klima und schon versteht man, wieso hier so viele Leute wohnen wollen, dass es angeblich die teuerste Wohngegend der gesamten USA ist. Vom Stearns Wharf, einem Pier nahe der Innenstadt, hat man einen schönen Blick über die ganze Umgebung.

Stearns Wharf und Blick auf Santa Barbara
Die Stadt wird durch die Santa Ynez Mountains begrenzt

Danach sind wir nach Downtown und entlang der State Street spaziert. Sie wirkt teilweise sehr europäisch mit vielen Straßencafés und wenig Fast Food Läden und insbesondere sah man viele Fußgänger auf der Straße; in Los Angeles undenkbar. Zum Abschluss sind wir noch im Shoreline Park spazieren gegangen. Der Park liegt auf einem Kliff direkt neben der Stadt und bietet eine spektakuläre Aussicht aufs Meer und die vorgelagerten Kanalinseln.

Santa Barbaras Hauptstraße, die State Street
In der ganzen Innenstadt waren Klaviere verteilt, an denen man den Passanten ein Liedchen spielen konnte. Rebecca hat allerdings nur gekonnt simuliert.
Wir sind gespannt, welche alte Socke das Rennen macht
Die Häuser am Shoreline Park gehören sicherlich zu den teuersten in Santa Barbara
Vom Park aus kann man per Treppe zum Strand runtersteigen
Rebecca genießt unseren letzten Sonnenuntergang in Amerika

Und schon ging es mit kurzem Zwischenstopp in einem Outlet Center (wir haben nichts gekauft, da alles schon auf Wintermode umgestellt war, die uns für die weiteren Länder eher wenig nützt) zurück zum Flughafen in Los Angeles und zum Ende unseres Kurzbesuchs in den USA. Insgesamt waren wir nur 5,5 Tage hier. Für die Reisekasse war es jedoch gut, dass wir nicht länger geblieben sind, da es mit Tagesausgaben von 127 EUR mit Abstand das teuerste Land bisher war und das obwohl wir in Austin bei Andy kostenlos gewohnt haben. Immerhin hatten wir mit 160 EUR sogar noch höhere Ausgaben eingeplant.

Niko hatte erkennbar Spaß am Fahren. Im Hintergrund erkennt man wie unglaublich trocken Kalifornien mittlerweile ist.

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