Bula!

​Anmerkung der Redaktion: Wie ihr vielleicht gemerkt habt, kommen wir in letzter Zeit nicht mehr so oft zum Posten von neuen Artikeln. Wir sind mit dem Camper in Neuseeland unterwegs und haben nur selten WLAN. Außerdem ist Nikos Handy kaputt. Natürlich holen wir das alles noch nach. Von dem schweren Erdbeben haben wir nichts bemerkt, da wir momentan auf der anderen Seite der Südinsel sind.



Bei der Planung unserer Reise hatten wir die – im Nachhinein naive – Vorstellung, dass wir erstmal schauen, wie es uns in einem Land gefällt und dann entscheiden, wie lange wir bleiben. Seit wir aber beinahe in Kuba gestrandet sind, weil man in Kolumbien nicht mit One-Way-Flugticket einreisen darf, ohne dass man ein gültiges Weiterflugticket besitzt, wissen wir, dass auch viele andere Länder diese Regel durchsetzen. Daher waren wir auch nicht überrascht, als uns der Mann am Check-In Schalter von Fiji Airways am Flughafen in Los Angeles nach unserem Weiterflugticket aus Fiji fragte. Mit einem freundlichen Lächeln haben wir ihm die Kopie unseres Tickets nach Neuseeland überreicht. Das Lächeln gefror uns aber recht schnell als er dann wissen wollte, wie wir denn gedenken aus Neuseeland abzureisen. Äh, wie bitte? Um nach Fiji fliegen zu dürfen, müssen wir ihm beweisen, wie wir aus Neuseeland ausreisen? Nach längerer Diskussion, auch mit seinem Vorgesetzten, stellte sich heraus, dass wir tatsächlich nicht ins Flugzeug kommen ohne Weiterreiseticket nach Australien, das wir natürlich noch nicht gebucht hatten. Weiß der Kuckuck wieso. Im Chaos vorm Check-In Schalter zwischen mehreren chinesischen Großfamilien und ihrem Hausrat durften wir also spontan ein Ticket buchen, damit der gute Mann uns vor Schließung des Schalters noch eincheckt. Und das mit einer ständig zusammenbrechenden Internetverbindung. Glücklicherweise hatten wir uns schon grob Gedanken gemacht, wie lange wir ungefähr in Neuseeland bleiben wollen (anderthalb Monate) und daher war dann auch schnell ein Flug gefunden und gebucht. Der Schaltermann wollte uns dann noch ein australisches Visum für 50 Dollar andrehen, aber seine Kollegin hat ihn darauf hingewiesen, dass wir uns das auch selbst besorgen könnten (Kosten: 0 Euro). Nach dem ganzen Hickhack lief die Einreise in Fidschi total entspannt ab. Und natürlich wollte dort niemand unser Australien-Ticket sehen!

Musikalische Begrüßung am Flughafen. Viele Männer auf Fidschi tragen Röcke, nicht nur die in der Band.

Beim Flug von LA nach Nadi haben wir die Datumsgrenze überflogen (Route). Daher sind wir jetzt statt 9 Stunden hinter, 10 Stunden vor deutscher Zeit (11 Stunden nach Umstellung auf Winterzeit). Außerdem hatte das den interessanten Nebeneffekt, dass wir den 25. Oktober 2016 nie erlebt haben. Wir sind am 24. Oktober abends um 23:30 Uhr losgeflogen und nach 11,5 Stunden Flug am 26. Oktober morgens um 5:50 Uhr gelandet. Selbst nachdem wir einige Tage auf Fidschi waren, hatten wir immer noch Probleme umzurechnen, wie spät und welcher Tag es jetzt eigentlich zuhause bzw. auf unserer inneren Uhr war.

Wir haben in Fidschi auf der Hauptinsel Viti Levu, genauer gesagt in Denarau Island nahe des internationalen Flughafens, gewohnt. Die Hotelpreise in Denarau sind sehr, sehr hoch. Normale Zimmer fangen so im Bereich 200-300 Euro die Nacht an, bessere Zimmer sind entsprechend teurer. Logisch, dass die fünf Nächte hier unser Reisebudget gesprengt hätten. Zum Glück hat Niko in den letzten Jahren beruflich sehr viel Zeit in Hotels verbracht und sich entsprechend viele Statuspunkte erschlafen. Die haben wir hier zum ersten Mal auf dieser Reise verwendet und uns ins Westin Denarau Island Resort & Spa eingemietet – kostenlos.

Das Hotel war so paradiesisch wie wir es uns vorgestellt hatten
Das Bett war mit Abstand das Bequemste seit langem
In Fidschi haben wir Jubiläum gefeiert: wir sind seit 100 Tagen unterwegs. Ein gutes Drittel der Reise ist also „geschafft“.

Welch ein Vergnügen mal wieder in einem richtig tollen Bett mit 40 cm dicker Matratze zu schlafen und welch ein Luxus sich jeden Morgen knapp zwei Stunden am Hotelbüffet zu bedienen und sich unbegrenzt frische Säfte pressen zu dürfen. Nur irgendwie waren wir die Resortroutine nach knapp zwei Tagen leid und uns wurde langweilig vom endlosen Entspannen. Kann ja nur bedeuten, dass wir erholt genug sind. Also haben wir wohl bisher alles richtig gemacht! Das Hotel lag direkt am Meer, aber leider konnte man nicht gut schwimmen, denn es gab keinen Strand. Außerdem wurde es durch den starken Wind recht kühl. 

Das Frühstück war fantastisch. Natürlich war der Champagner inklusive.
Niko im Whirlpool
Rebecca beim Schwimmen. Es war aber nicht ganz so heiß wie in Mittelamerika.

Trotzdem würden wir wiederkommen. Vor allem wegen des unglaublich freundlichen Personals. Wie oft wurden wir mit einem fröhlichen Bula! der Mitarbeiter gegrüßt, sei es in oder außerhalb des Hotels. Bula heißt hallo, wird aber auch zu allen möglichen anderen Zwecken verwendet. Ja, sogar auf dem Weg zum Hafen, in dem wir jeden Abend in einem der knapp zehn Restaurants gegessen haben, und im Hafen selbst, wurden wir immer mit einem ¨bula, how are you?¨ begrüßt. Na gut, könnte man meinen, jeder möchte halt sein Essen oder seine Bootstour an den Mann bringen, aber tatsächlich wollten einige Leute einfach nur quatschen. Dass wir von so weit her kommen, wurde uns hoch anerkannt und eine Restaurantmitarbeiterin hat sich sogar dafür bedankt und uns vor Augen gehalten, wie wichtig es für Fidschi sei, dass wir als Touristen herkämen.

Blick auf den Hafen Port Denarau
Dort gab es jeden Abend eine Show mit einheimischer Folklore
Rebecca freut sich auf ihren marinierten rohen Fisch mit Fidschifarn und Maniok – das im Nachhinein köstlichste Essen der bisherigen Reise. Dazu gibt’s ne Kokosnuss und für Niko ein Fiji Gold.

Leider geht es nicht allen Einwohnern Fidschis gut und viele haben kein sauberes Trinkwasser, geschweige denn in Regenzeiten, wenn Überschwemmungen das Wasser noch mehr kontaminieren. Deshalb hat es uns nicht gewundert, dass nicht jeder Hotelmitarbeiter so fröhlich war und auch mal ehrliche Worte über das harte Leben und die miese Bezahlung gesprochen hat. Der Gärtner zum Beispiel bekäme 5 Euro Stundenlohn und müsse dafür elf Stunden am Tag schuften. Auch der Sicherheitsmann tat uns leid, als er uns erzählte, dass er auch gerne ins Wasser springen würde, wenn nach mehreren Stunde Streife in der sengenden Sonne einfach nur noch alles an ihm kleben würde. Trotzdem haben wir vielleicht zum ersten Mal auf unserer Reise eine echt gemeinte Freundlichkeit und wahres Interesse an uns gespürt. Sehr erstaunt waren wir, als zwei Frühstücksmitarbeiter uns am zweiten Morgen mit ¨Hi Beccy, hi Niko, how are you?¨ angesprochen haben. Sala, die wie jeder andere Mitarbeiter, egal ob Männlein oder Weiblein, jeden Tag eine Hibiskusblüte hinterm Ohr trug, wurde unsere Lieblingskellnerin. Leider ist unser Abschiedsfoto mit ihr unscharf geraten, aber sie hat uns ihren Facebooknamen gegeben, so dass wir sie bei einem erneuten Fidschibesuch bestimmt besuchen werden.

Hier hätten wir heiraten können. Blöderweise haben wir unsere Geburtsurkunden zuhause vergessen.
Leider etwas unscharf geraten, aber das war Sala, unsere Lieblingsfrühststücksbedienung
Der gesprächige Gärtner verdient sich ein Zubrot mit den Kokosnüssen, die er von der Palme geholt hat, damit sie keine Gäste erschlagen
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