​Canterbury und Otago: Unser Camperleben beginnt!

Bisher haben wir uns im Blog meistens darum bemüht, die Artikel nach Orten zu trennen. Auf unserem Roadtrip hat sich das aber als nicht sehr praktikabel erwiesen, da wir einfach zu viel erlebt und die Orte zu schnell gewechselt haben. Daher weichen wir jetzt vom gewohnten Schema ab und fassen die Erlebnisse chronologisch in Tagen zusammen, beginnend mit dem 5. November 2016, dem 107. Tag unserer Reise:

Tag 107: Drei Tage Christchurch haben ausgereicht, um uns ans entspannte Kiwi-Leben zu gewöhnen. Nun war es endlich an der Zeit unseren ersten Camper abzuholen. Nach fast einer Stunde Einweisung in die neuseeländischen Straßenregeln (KEEP LEFT!) und die Bedienung des Fahrzeugs (wie leert man noch mal das Klo?) durfte Niko zum ersten Mal hinters Steuer. Natürlich hat er sich schnurstraks zur linken Fahrzeugtür auf den Weg gemacht, womit er sich gleich eine strenge Mahnung der netten Dame von der Autovermietung eingefangen hat. In Neuseeland sitzt der Fahrer selbstverständlich rechts. Nach dieser kleinen Anfangsschwierigkeit war das Fahren dann aber doch relativ entspannt. Beim Abbiegen und an Kreuzungen muss man sich zwar mehr konzentrieren, als das in rechtsfahrenden Ländern nötig wäre, aber im Großen und Ganzen kommen wir sehr gut zurecht. Selbst das Schalten – wir haben leider nur ein Fahrzeug mit manueller Schaltung bekommen – mit der linken Hand funktioniert besser als erwartet. Die einzige Sache, die gelegentlich schief geht, ist der Blinker. Gerade wenn es schnell gehen soll, blinkt Niko immer mal wieder mit dem Scheibenwischer, bisher allerdings ohne schwerwiegende Konsequenzen.

Unser Zuhause für die nächsten 19 Tage

Als unser erstes Tagesziel hatten wir uns den Lake Tekapo vorgenommen (Reiseroute). Geplante Reisezeit waren etwa 3,5 Stunden. Wegen vieler Stopps zur Bewunderung der Landschaft haben wir aber fast 5 Stunden gebraucht. Da der Weg das Ziel ist, war das aber natürlich nicht tragisch. Am See angekommen, haben wir uns ein nettes Plätzchen in der Wildnis gesucht. Neuseeland erlaubt das sogenannte Freedom Camping, d.h. Camping auch außerhalb eines Campingplatzes, sofern man einen Camper fährt, der als self-contained (Klo, Abwassertank) zertifiziert ist. Darauf haben wir natürlich geachtet und entsprechend dürfen wir auch wild campen. Sicherer ist es trotzdem wenn ein Schild das Campen explizit erlaubt. Der See selbst hat eine wunderbar blaue Farbe. Wenn man näher ran geht, merkt man allerdings, dass das Wasser in Wirklichkeit eher milchig ist. Die gelösten Sedimente reflektieren das Licht und sorgen für die türkisblaue Farbe. Zusammen mit den Bergen im Hintergrund ein echt spektakulärer Anblick.

Der Lake Tekapo mit seiner berühmten Blaufärbung
Der Lake Pukaki hat neben der schönen Farbe die Gegend um Mt. Cook als Hintergrund
Die Kapelle am See wird gerne für Hochzeiten benutzt
Unser erster Übernachtungsplatz in der Nähe des Sees

Tag 108: Die erste Nacht im Camper haben wir gut überstanden. Er ist relativ klein, aber wir ja auch. Weil alles so eng ist, muss man sich gut verstehen, aber damit hatten wir ja ebenfalls noch nie Probleme. Die Dusche bzw. Toilette ist sehr, sehr eng, aber da Neuseeland ein hervorragendes System an guten, sauberen und kostenlosen öffentlichen Toiletten hat, nutzen wir sie eh nur im Notfall bzw. abends beim Freedom Camping.

Rebecca in unserer Küche, vom Wohn- und Schlafzimmer aus fotografiert
Das Badezimmer mit der kleinen, aber ihren Zweck erfüllenden, tragbaren Toilette

Weiter ging es zum Mt. Cook, dem höchsten Berg Neuseelands. Zumindest war das geplant, aber im Informationszentrum in Twizel 60 Kilometer vom Berg entfernt hat man uns davon abgeraten. Die Gegend um den Mt. Cook ist für ihr sehr wechselhaftes Wetter bekannt und hat für uns keine Ausnahme gemacht. Je näher wir dem Berg kommen würden, desto heftiger würde der Regen und desto schlechter die Sicht. Da die Wetteraussichten für die nächsten Tage auch nicht besser seien, wurde uns empfohlen lieber etwas anderes zu unternehmen. Also sind wir weiter durch das schöne Waitiki Valley bis Oamaru an der Ostküste gefahren. Dort hat uns leider der Regen eingeholt, so dass wir die abendliche Ankunft der Pinguine am Strand nicht erlebt haben. Wegen des deutschen Wetters (Regen und 13 Grad) haben wir uns zum Ausgleich einen Campingplatz mit heißen Duschen gesucht. Was für eine Wohltat!

Waitiki Valley

Tag 109: Ganz hatte uns der Wettergott aber glücklicherweise noch nicht im Stich gelassen, so dass wir am nächsten Morgen mit strahlend blauem Himmel begrüßt wurden. So konnten wir die Besichtigung des kleinen, schönen Städtchens Oamaru nachholen und uns gut gelaunt entlang der Küste Richtung Dunedin auf den Weg machen.

Die Innenstadt von Oamaru

Eigentlich hätten wir erwartet bereits gegen Mittag dort zu sein, aber man hatte uns vorgewarnt: in Neuseeland dauern alle Wege sehr viel länger. Und so war es auch. Ständig gab es irgendwas zu sehen, so dass wir anhalten oder Umwege fahren ¨mussten¨.

Einen Umweg haben wir zum Beispiel für die Moeraki Rocks in Kauf genommen
Die kreisrunden Steine direkt am Strand sehen fast menschengemacht aus
Rebecca beim Muschelsammeln in der Mittagspause
Die Muschelsammelstelle von oben

Nachmittags hatten wir es dann aber doch bis Dunedin geschafft. Die Stadt ist nach Edinburgh benannt und angeblich sehr ähnlich zum Original. Wir waren leider beide noch nie in Edinburgh und können kein Urteil abgeben, aber Dunedin ist sehr nett. Der Bahnhof ist bildhübsch und man sieht viele viktorianische Gebäude in der Innenstadt.

Unser Beitrag dazu, dass Dunedins Bahnhof auch weiterhin das angeblich meistfotografierte Gebäude Neuseelands bleibt
Auch von innen macht er was her

Da uns das Leben im Camper sehr gut gefällt, haben wir eine Stunde in einem netten Café mit WLAN zugebracht, um uns einen für die Zeit in Australien zu organisieren. Leider fürs erste erfolglos, da die meisten schon ausgebucht sind, aber da es in Neuseeland genauso war, geben wir die Hoffnung noch nicht auf. Außerdem haben wir noch die Baldwin Street, die steilste Straße der Welt, und den botanischen Garten der Stadt besichtigt.

Die Baldwin Street ist offiziell die steilste Straße der Welt. Wir sind bis etwa in die Mitte hochgelaufen, dann hat es uns gereicht.
Dunedins schöner botanischer Garten

Dann wollten wir uns so langsam auf die Suche nach einem Schlafplätzchen für die Nacht machen. Da wir sehr viel gutes über die Otago Halbinsel, die direkt neben Dunedin liegt, gehört hatten, haben wir uns auf den Weg dahin gemacht. Nachdem wir bis zur Spitze der Halbinsel und wieder zurück gefahren sind können wir bestätigen, dass die Landschaft atemberaubend ist; nur zum Freedom Camping eignet sie sich leider nicht. Zumindest haben wir keine schöne Stelle gefunden, an der Camping erlaubt gewesen wäre.

Die Otago Halbinsel hat uns sehr gut gefallen
Als es so langsam Richtung Sonnenuntergang ging, wurde die Suche nach einem Übernachtungsplatz aber etwas drängender

Da der Sonnenuntergang mittlerweile nicht mehr so weit weg war ging es also schnell zurück nach Dunedin und dann in der anderen Richtung weiter die Küste entlang. Wenige Minuten bevor die Sonne unterging, haben wir einen schönen Platz ganz für uns allein direkt am Strand gefunden. Da wir zu müde zum Kochen waren, gab es zum Abschluss eines schönen Tages Instant-Nudelsuppe mit neuseeländischem Rotwein. Lecker!

Durch Zufall sind wir auf dieses Plätzchen am Meer gestoßen
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