​Southern Scenic Route

Tag 110: In Dunedin startet Neuseelands Southern Scenic Route, die sich auf etwa 610 Kilometern größtenteils entlang der Südküste bis nach Queenstown schlängelt. Dabei sind die vielen Abzweigungen und Umwege, die man für einige der Sehenswürdigkeiten entlang der Route in Kauf nehmen muss noch gar nicht berücksichtigt. Insofern hätte es uns auch eigenlich nicht überraschen sollen, dass wir statt der geplanten 2-3 Tage deutlich länger für die Strecke gebraucht haben (Reiseroute). Andererseits sind wir aber natürlich hier um was zu sehen und nicht wie bekloppt den ganzen Tag rasend im Auto zu verbringen. Und gesehen haben wir in der Tat einiges! Neuseelands Landschaft ist extrem abwechslungsreich. Gebirge, saftig grünes Weideland, dichte Wälder, Küstenabschnitte – und das oft nur wenige Kilometer voneinander entfernt.

Von grünen Hügeln mit vielen Schafen…
… bis hin zu hohen Bergen mit viel Schnee gab es alles zu sehen

Der erste Teil der Route führt durch die Catlins, eine schroffe Küstenlandschaft. Nugget Point mit seinem schönen Leuchtturm in fantastischer Kulisse hat uns mit am besten gefallen. Passenderweise ist es auch der wahrscheinlich am weitesten von Deutschland entfernte Punkt, den wir auf unserer Reise erreichen werden. Somit sind wir seitdem auf dem Rückweg – zumindest geografisch.

So schön sieht es auf der anderen Seite der Welt aus
So weit weg von zuhause werden wir wahrscheinlich nie wieder sein

Ein weiterer Abstecher von der Route brachte uns zu Jack`s Blowhole, eine eingestürzte Höhle in der das Meer toste. Zum Tagesabschluss haben wir uns noch die Purakaunui Falls, die angeblich meistfotografierten Wasserfälle Neuseelands, angesehen. Im Vergleich fanden wir aber die McLean Falls, die wir am Tag darauf besucht haben sehenswerter.

Jack’s Blowhole: ganz schön tief und ziemlich tosend
Die Purakaunui Wasserfälle: schön, aber es geht noch besser wie wir später gesehen haben

Da sich das Tageslicht mal wieder viel zu schnell dem Ende zuneigte, haben wir uns auf die Suche nach einem Platz für die Nacht gemacht und sind an der Tautuku Bay wieder direkt am Strand fündig geworden. Wir waren nicht ganz sicher, ob wir da wirklich übernachten durften. Da aber keine expliziten Verbotsschilder zu sehen waren und auch keine Menschenseele in der Nähe war, die wir hätten fragen können, haben wir es einfach riskiert und es ging gut.

Diesen Platz mutterseelenallein mitten in der Wildnis hatten wir uns zum Übernachten ausgesucht
Direkt auf der anderen Seite des Gebüschs war ein toller, einsamer Strand

Tag 111: Am nächsten Tag haben wir einen Zahn zugelegt und ein paar der weniger spektakulär klingenden Sehenswürdigkeiten ausgelassen. Neben den bereits erwähnten McLean Falls besuchten wir die Curio Bay mit einem versteinerten Wald im Meer und einen weiteren Leuchtturm in Waipapa Point. Dort haben wir auch endlich zum ersten Mal Seelöwen gesehen. Angeblich hätte es auch bei einigen der anderen Strände welche geben sollen, aber bisher waren sie uns immer erfolgreich aus dem Weg gegangen

Niko bestaunt die McLean Falls
Rebecca trotzt dem Wind vorm Waipapa Point Leuchtturm
Selbst vor den beiden Seelöwen hatte sie keine Angst

Spätestens ab Waipapa Point war es extrem windig mit sehr starken Böen, so dass unser Camper ständig links oder rechts von der Fahrbahn abkommen wollte. Dadurch war das Fahren leider recht unentspannt. Zusätzlich wurden wir umso unentspannter, je klarer wurde, dass Donald Trump tatsächlich der nächste Präsident der USA werden würde. Den Neuseeländern ging es ähnlich. Niko kam beim Tanken ins Gespräch mit einem Kiwi an der Nachbarsäule, der kaum glauben konnte was er da im Radio hörte. Nach einem kurzen Abstecher ins unspektakuläre Invercargill, Neuseelands südlichste Stadt, und dem benachbarten Riverton (¨Riviera of the South¨) war der Tag aber auch schon wieder rum und wir sind in bewährter Manier am Strand, diesmal gegenüber von Monkey Island, für unser Nachtquartier fündig geworden. Dort hat sich in der Nacht Nikos Handy verabschiedet und ließ sich nicht mehr einschalten. Natürlich ausgerechnet an einer Stelle, die hunderte Kilometer vom nächsten Handyladen entfernt ist. Wir schieben es auf die schlechten Nachrichten aus den USA.

An diesem schönen Plätzchen direkt gegenüber von Monkey Island haben wir die Nacht verbracht
Monkey Island ist übrigens die kleine Insel rechts hinter Niko

Tag 112: Nach einem morgendlichen kurzen Strandspaziergang am Gemstone Beach (wir haben keine Edelsteine gefunden), haben wir Southland und die Südküste verlassen und sind in Fiordland angekommen. Glücklicherweise hat sich auch der starke Wind wieder gelegt. Unser erster Halt war die Kleinstadt Manapouri am gleichnamigen See.

Mittagspause in Manapouri mit Blick auf Berge und See

Dort gab es einige Picknicktische mit schönem Blick über den See, an denen wir unser Mittagessen genossen haben. Während wir dort saßen kamen und gingen mehrere Autos und Camper mit Touristen. Natürlich alles ausnahmslos Deutsche. Das passte in unsere bisherigen Beobachtungen und wir sind mittlerweile ziemlich sicher, dass es auf der Südinsel mehr Deutsche als Neuseeländer gibt.
Wohlgenährt konnten wir uns auf den Weg zu unserem Highlight des Tages machen: dem Kepler Track, einem der ¨Great Walks¨ Neuseelands. Mit knapp 60 Kilometer Länge etwas mehr als nur ein kleiner Nachmittagsspaziergang. Natürlich sind wir nur ein kleines Stück gelaufen, aber nun können wir verstehen, wieso so viele Leute den ganzen Weg gehen wollen. Es war wirklich atemberaubend. Der Weg geht meistens durch moos- und farnbewachsene Wälder.

Irgendwo auf dem Kepler Track

Dazwischen gibt es immer wieder Aussicht auf den Fluss und natürlich die Berge im Hintergrund. Kein Wunder, dass Peter Jackson hier einige Szenen von Herr der Ringe gedreht hat. Wer allerdings glaubt mitten in der Wildnis alleine zu sein wird schnell eines besseren belehrt: auf dem Track geht es fast wie auf der Autobahn zu. Alle paar Minuten läuft man jemandem über den Weg (im Zweifel immer Deutschen). Den benachbarten Milford Track laufen angeblich bis zu 14.000 Menschen im Jahr und beim Kepler sind es nicht viel weniger. Trotzdem fanden wir den Weg so toll, dass wir statt dem geplanten kurzen Abstecher dann doch über drei Stunden gelaufen sind und mit dem wunderbaren Panorama in der Shallow Bay belohnt wurden.

Immer mal wieder gab der Wald die Sicht auf Fluss und Berge frei
Die Shallow Bay war das Ziel unserer Wanderung

Weiter ging es nach Te Anau zum Tanken und Auffüllen unseres Proviants bevor wir uns auf den Weg zum Milford Sound machten. Die ganze Strecke haben wir abends nicht mehr geschafft, aber da wir die Bootsfahrt über den Sound eh erst am nächsten Nachmittag gebucht hatten, konnten wir es auch entspannter angehen und sind auf halber Strecke zwischen Te Anau und Milford Sound in Knobs Flat eingekehrt. In ganz Fiordland ist Freedom Camping leider verboten, so dass uns keine Wahl blieb als auf einem regulären Campingplatz zu bleiben. Die Aussicht und die heißen Duschen haben wie immer gut darüber hinweg getröstet.

Knobs Flat liegt in einem engen Tal mit spektakulärem Blick auf die Berge
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