​Vom Milford Sound bis nach Queenstown

Tag 113: Vom Inhaber unseres Campingplatzes haben wir den guten Hinweis bekommen, dass es in der Nähe einen sehenswerten Wasserfall gibt, den man leicht zu Fuß erreichen kann. Nach dem Frühstück und einer heißen Dusche – die Nächte sind schon noch recht kalt im Camper, vor allem für Rebecca trotz fünf Schichten Kleidung plus Wärmflasche und Niko – haben wir uns auf den Weg gemacht und den schönen Wasserfall nach knapp 20 Minuten erreicht. Offenbar wird er nur selten besucht, so dass der Weg bei weitem nicht so gut in Schuss war wie bei den großen Wanderwegen. Umso mehr haben wir uns wie Abenteurer gefühlt.

Auf dem Weg zum Wasserfall ging es unter Bäumen durch…
…oder auch darüber hinweg
Dafür wurden wir dann mit diesem Ausblick belohnt

Von Knobs Flat bis zum Milford Sound sind es noch rund eine Stunde Fahrt. Wie immer gab es auf der Strecke aber so viel zu sehen, dass wir erst nach fast vier Stunden da waren.

Einer unserer Umwege hat zu diesem schönen Bach geführt
Eine der anderen Raststellen

Das hat gerade noch für ein spätes Mittagessen auf dem Parkplatz gereicht, bevor unsere Bootstour über den Milford Sound los ging. Leider wird es immer schwerer die passenden Superlative zur Beschreibung der Landschaft zu finden. Der Sound sieht auf jeden Fall fantastisch aus. Das Wetter war gut, aber leicht diesig, so dass die Fotos die wahre Pracht leider nicht ganz wiedergeben.

Der Anfang des Milford Sounds, leider mit bedecktem Himmel
Niko hat uns kostenlosen Karottenkuchen besorgt…
Während Rebecca es sich an Deck trotz Kälte gemütlich gemacht hat

Das Boot fuhr in einer Stunde durch den gesamten Sound bis hinaus aufs Tasmanische Meer. Da wir noch nicht ganz in der Hauptsaison sind, war das Boot nur mit gerade mal 23 Passagieren unterwegs, obwohl es locker das zehnfache hätte aufnehmen können. Umso besser für uns, da wir so auch ohne Ellbogeneinsatz an gute Stellen zum Genießen der Ausicht gekommen sind und uns außerdem einen der wenigen Sitzsäcke an Deck unter den Nagel reißen konnten. Auf dem offenen Meer angekommen hat selbst der Käptn angemerkt, was für ein Glück wir haben, da es so schön ruhig fast nie ist. Tatsächlich haben wir abends auf dem Campingplatz einen Deutschen getroffen, der drei Versuche gebraucht hat, um den Milford Sound einmal ohne Regen zu sehen.

Die Sterling Falls von etwas weiter weg…
…und von direkt darunter. Ein nasses, aber tolles Spektakel.
Oft war Niko begeistert, aber selten so sehr wie vom Milford Sound
Bei diesem Anblick nur verständlich
Auch den Seelöwen gefällt es hier prächtig

Kurz nach 17 Uhr waren wir wieder an Land und haben entschieden die ganze Strecke bis Te Anau (2,5 Stunden Fahrt) am Stück durchzufahren. Dort haben wir uns einen Campingplatz mit Seeblick gesucht, den wir abends aber kaum noch genießen konnten, da wir erst kurz vor Sonnenuntergang ankamen und es außerdem im Vergleich zu den Vortagen empfindlich kalt war.

Auf dem Rückweg nach Te Anau
Die Gegend um den Milford Sound ist nicht umsonst ein Touristenmagnet

Tag 114: Auch am nächsten Morgen war es immer noch sehr kalt, doch nach einer heißen Dusche und dem Ablassen unseres Abwassers (nicht unserer inneren Werte, sondern dem Spülwasser), haben wir uns an den See getraut. Und siehe da, der Wettergott meinte es gut mit uns und ließ die Sonne hinter den Wolken raus. Direkt am See gab es eine Vogelzuchtstation, aber den Star des Geheges, den Takahe, haben wir nicht zu Gesicht bekommen. Dafür haben wir auf dem Rückweg einen Fächerschwanzvogel im Baum über uns herumhüpfen sehen und den lustigen Klängen desjenigen Piepmatzes gelauscht, der uns zwei Tage zuvor wach geträllert hatte.

Auf unserer Weiterfahrt haben wir am ¨Wilderness Lookout¨ Halt gemacht und die fast wüstenähnliche Landschaft bestaunt. So in der Art soll es in der Gegend vor etwa acht- bis zehntausend Jahren ausgesehen haben. Wie immer geizt die neuseeländische Landschaft nicht mit Abwechslungsreichtum.

Vorne sandige Buschlandschaft, hinten Regen über grünen Hügeln

In Garston, einem kleinen verschlafenen Nestchen, wie wir dachten, haben wir eine kurze Mittagspause eingelegt. Die vielen Toiletten hatten uns stutzig gemacht. Wieso sollte so ein kleiner Ort so viele Toiletten besitzen und dazu chinesische Anweisungen und Bilder, man solle sich doch bitte beim Klogang nicht auf die Klobrille stellen?
Während unseres Mittagsmahls hielten nach und nach Autos und Camper neben uns, benutzten ebenfalls die Toiletten und einige davon besuchten auch den nebenan liegenden ¨Hunny Shop¨. So auch wir. Eine junge Chinesin begrüßte uns in gebrochenem Englisch und gab uns mehrere Sorten Honig zu probieren. Der so viel gerühmte Manuka Honig schmeckte uns nicht besonders, denn er war leicht bitter und wir sind froh, dass wir ihn nicht vorher schon im Supermarkt für 30 Euro gekauft hatten. Laut der Mitarbeiterin sind ihre chinesischen Landsleute aber ganz scharf auf das süße Zeug, soll es doch Erkältungen und Bauchschmerzen den Garaus machen und ja, sogar das komplette Frühstück könne man mit einem Löffelchen ersetzen. Da die Chinesen busladungsweise zum Manuka Honig kaufen nach Garston gekarrt werden, war auch das Rätsel der vielen Toiletten gelöst! Wir haben uns ein Gläschen Kleehonig gegönnt.
Bis auf einige weitere kleine Stopps sind wir bis nach Queenstown durch eine spektakuläre Berg- / Seekulisse durchgefahren. Der blitzförmige Lake Wakatipu kündigt sich schon in Kingston an und hat uns noch 15 km nach Queenstown auf unsere DOC-Campsite (ein einfacher Campingplatz ohne besondere Einrichtungen wie Küche oder Duschen) begleitet. Aber zunächst zum kleinen Städtchen Qeenstown.

Die Innenstadt von Queenstown
Die Stadt ist stolz auf ihren Ruf als Abenteuerhochburg Neuseelands

Natürlich auch spektakulär zwischen See und Gebirge eingebettet, ein absolut idylisches Fleckchen Erde. Wären da nicht die ganzen Touristen (ähem) und damit der viele Verkehr und die Busladungen voller Asiaten, die von dort zu ihrem Tagesausflug nach Milford Sound geschifft werden. Nach 1,5 Stunden hat uns die Ansammlung der Souvenirshops, Fressbuden und Abenteuersportarten (hier wurde angeblich das Bungy Jumping erfunden) gereicht und wir haben uns zu unserem besagten, noch idyllischerem Campingplatz aufgemacht. Dort haben wir noch eine kleine Runde am See gedreht, bis es durch den eisig pfeifenden Wind zu kalt wurde und wir uns ins noch warme Zuhause, unseren kleinen Campervan, zurückgezogen haben.

Kurz nach der Ankunft an unserem Übernachtungsplatz
Er lag nur wenige Meter vom See entfernt
Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s