​Die Westküste der Südinsel: Regen, Regen, Regen

Tag 117: Dank Gewitter und dem ständigen Geprassel auf unserem Dach waren wir am nächsten Morgen mehr schlecht als recht erholt. Trotzdem ging es Richtung Haast-Pass (Reiseroute). Kurz vor dem Pass selbst haben wir einen Halt eingelegt, um uns die berühmten Blue Pools von Haast anzusehen. Wegen des starken Regens waren sie leider mehr braun als blau. Normalerweise ist das Wasser angeblich superklar, so dass man den Forellen beim Schwimmen zusehen kann. Naja, schön war die Gegend trotzdem.

Immerhin sind die Pools auf dem Foto eher grün als braun
Auf der ganzen Welt scheint es eine verschworene Gemeinschaft der Steintürmchenbauer zu geben

Zurück am Camper haben wir festgestellt, dass Niko vergessen hatte das Licht auszumachen. Leider hat der Camper keinen Warnton. Wir waren zwar nur eine halbe Stunde weg gewesen, aber das hat scheinbar gereicht, um die Batterie leer zu machen, so dass der Anlasser nur ein leises Röcheln von sich gab. Zum Glück war die Straße leicht abschüssig und ein hilfsbereiter Camperkollege hat beim Schieben geholfen. Nach diesem kurzen Schreckmoment ging es schnurstraks über den Pass und weiter durch spektakuläre Landschaft zur Westküste.

Ein Fluss entlang der Strecke
Alle paar Meter gab es zum Teil sehr heftige Erdrutsche

Das Wetter hielt noch einigermaßen, so dass wir zwei kurze Ausflüge an den Strand bzw. zu einen Sumpfwald machen konnten. Danach hat die Küste aber ihrem Ruf alle Ehre gemacht und uns mit stundenlangen kräftigen Regenschauern begrüßt. Bei 300 Regentagen im Jahr nicht allzu überraschend.

Schöne Sumpflandschaft
Der Strand war ziemlich wild, passend zum Wetter

Unser Tagesziel wären eigentlich die beiden Gletscher Fox und Franz Josef gewesen. Dort angekommen hat der Regen aber keine Anstalten gemacht nachzulassen. Auch waren die Wolken zu niedrig, so dass keine Helikopterflüge zu den Gletschern starten konnten. Nach Krisensitzung in einem netten Café, in dem wir von zwei deutschen Work-and-Travel Kellnerinnen bedient und mit Infos versorgt wurden, haben wir beschlossen, die Gletscher links liegen zu lassen. Das Wetter sollte in den kommenden Tagen nicht sehr viel besser werden und so fahren wir lieber weiter, dachten wir uns. Es müssen ja schließlich noch Sehenswürdigkeiten übrig bleiben, falls wir nochmal nach Neuseeland kommen sollten!

Der Eingang zum Fox Gletscher. Näher sind wir nicht gekommen.
Immerhin haben wir wieder einen schönen Übernachtungsplatz an einem See gefunden

Tag 118: Die Entscheidung nicht auf besseres Wetter für die Gletscher zu warten, hatte sich als goldrichtig erwiesen. Erstens war das Wetter am nächsten Tag tatsächlich kein bisschen besser. Und zweitens gab es einen Erdrutsch auf der Straße nördlich von Franz Josef und sie war bis auf weiteres gesperrt. Wären wir nicht schon weiter gefahren, bliebe uns jetzt nur, den gleichen Weg zurückzufahren, den wir gekommen waren. So konnten wir jetzt unsere Westküstentour wie geplant fortsetzen – allerdings im Schnelldurchlauf, da wir das Regenwetter so bald wie möglich hinter uns lassen wollten. Erster Stopp des Tages war die Hokitika Gorge, eine Schlucht mit angeblich türkisblauem Wasser. Durch den vielen Regen der letzten Tage war aber auch sie eher mausgrau. Erst später haben wir auf Postkarten gesehen, wie schön das Wasser tatsächlich aussehen kann, wenn man Glück hat. Das gleiche kannten wir ja schon von den gar nicht so blauen Blue Pools von Haast. Trotzdem war der Weg durch die Schlucht schön und das Getöse der Wassermassen atemberaubend. 

Bestimmt schön hier, bei gutem Wetter…

Danach ging es zur größten Stadt an der Westküste: Greymouth. Sie ist genauso grau, trist und trostlos wie der Grey River, an dem sie liegt. Oder vielleicht schlug uns auch einfach nur das Wetter aufs Gemüt. Nach einem kurzen Einkauf wollten wir die Stadt auf jeden Fall so schnell wie möglich wieder verlassen. Leider waren wir dabei schneller als die Polizei erlaubt und haben jemandem die Vorfahrt im Kreisverkehr genommen. Wir haben noch kaum Polizeiautos in Neuseeland gesehen, aber natürlich musste ausgerechnet in dem Moment eins daneben stehen, das uns sogleich mit Blaulicht anhielt und zur Rede stellte. Der Polizist hatte aber gute Laune und ließ es statt der eigentlich fälligen 150 NZD Strafe bei einer Verwarnung bleiben.
Vierzig Kilometer weiter nördlich befinden sich die berühmten Pancake Rocks, eine der wahrscheinlich meistbesuchten Touristenattraktionen Neuseelands. Auch wir haben dort Halt gemacht und uns die spektakulären Felsformationen angesehen. Das Wetter war mit uns und wir haben es gerade so noch vor dem nächsten Wolkenbruch geschafft. 

Da war jemand fleißig. Die Felsen sehen aus wie gestapelte Pfannekuchen.
Hier konnte man mal wieder die unglaubliche Kraft des Meeres erkennen
Wer schon mal einen Stapel Pancakes zum Frühstück hatte, versteht warum die Pancake Rocks so heißen

Weiter ging es nach Cape Foulwind, das nicht, wie wir zuerst dachten, wegen des schlechten Geruchs so heißt, sondern weil Kapitän James Cook die Winde um das Kap herum so schrecklich fand. Uns haben sie dagegen zum ersten Mal für diesen Tag eine Wolkenlücke und etwas Sonne beschert. 

An Cape Foulwind ging es stürmisch zu…
…wie man an dem rosa Mäntelchen erkennen kann

Den Rest des Abends haben wir versucht eine gute – und vor allem legale – Stelle fürs Freedom Camping zu finden, leider erfolglos. So blieb uns nur der Weg zum nächsten Campingplatz in Westport, bevor wir am nächsten Morgen die Küste Richtung Inland verlassen wollten. Heiße Dusche, ahoi!

Tag 119: Kaum hatten wir die ersten Hügel Richtung Inland überwunden, wurde das Wetter tatsächlich schlagartig besser. Sogar so gut, dass es wieder richtig Spaß gemacht hat auszusteigen und die Umgebung zu erkunden. Auf dem Weg nach Motueka an der Nordküste sind wir zunächst dem schönen Tal des Buller Rivers gefolgt. Dort haben wir eine kurze Wanderung entlang einer verlassenen Eisenbahnstrecke inklusive des fast 100 Jahre alten Tunnels gemacht, um uns ein wenig die Beine vorm Mittagessen zu vertreten.

Auf der Brücke entlang der Eisenbahnstrecke
Selbst den alten Eisenbahntunnel konnte man durchwandern
Wunderschöne Gegend

Nächster Stop war die kleine Stadt Murchison. Abgesehen davon, dass wir dort endlich einen neuen Wasserkessel für den Camper gefunden haben – der alte ist uns leider hingefallen und kaputt gegangen – gibt es nicht viel über das sehr entspannte Kleinstädtchen zu berichten. Weiter ging es schnurstraks nach Motueka, eine gute Ausgangsbasis für den Abel Tasman Nationalpark. Heute wollten wir es aber etwas ruhiger angehen lassen, da wir in den letzten Tagen doch etwas zu viel im Auto gesessen haben. Wir haben den Tag in der Stadt verbummelt und sind dann frühzeitig zur einzigen Stelle in Motueka gefahren, an der Freedom Camping erlaubt ist. Eine gute Entscheidung, da wir so den zweitletzten Platz ergattert haben, der überhaupt noch frei war.

Gerade noch so einen Platz ergattert

Wir waren nur knapp 100 Meter vom Meer entfernt und sind noch ein bisschen am Strand spazieren gegangen. Wobei gerade Ebbe war, so dass der Strandspaziergang eher eine Wattwanderung wurde. Wir fanden es trotzdem gut und haben die Sonnenstrahlen genossen. So macht Neuseeland doch gleich viel mehr Spaß!

Bei Ebbe kommt so einiges zutage
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