Windy Welly

​Tag 130: Eigentlich fährt man nicht nach Neuseeland um Städte zu besichtigen. Aber da wir ja nun eh schon mal in Wellington waren, wollten wir uns das ¨coolest little capital of the world¨ (Wellys Eigenwerbung) natürlich auch ansehen. Tatsächlich gab es genug schöne und interessante Dinge zu sehen, so dass wir beschlossen haben, den ganzen Tag hier zu bleiben und eine weitere Nacht auf dem Parkplatz des Jachthafens zu übernachten. Noch dazu hatten wir echt Glück mit dem Wetter. Windy Welly ist für sein extrem windiges Wetter bekannt. Das geht so weit, dass an besonders windigen Tagen sogar Seile an manchen Straßenkreuzungen angebracht werden, damit die Fußgänger nicht auf die Straße geweht werden!

Da Parkplatzsuche in der Innenstadt notorisch schwierig ist, haben wir unser Riesenschiff also einfach stehengelassen und sind mit dem Bus in die Stadt. Neuseelands Nationalmuseum Te Papa war unsere erste Station.

Te Papa macht auch schon von außen was her

Im Nachhinein verstehen wir, wieso es zu den 50 besten Museen der Welt gehört. Die Ausstellungen waren sehr interessant und interaktiv gestaltet. Leider waren einige noch wegen Erdbebenschäden gesperrt. Ironischerweise aber nicht die Erdbebenausstellung, so dass wir uns von einem kleinen Erdbebensimulator in Häuschenform durchschütteln lassen konnten. Wir sind froh, das ganze vor zwei Wochen nicht real erlebt zu haben. Auch die Ausstellung über die europäischen Neuankömmlinge in Neuseeland und wie diese das heutige Neuseeland geprägt haben, war sehr sehenswert. Es gab zwar kein Blutvergießen wie in vielen anderen eroberten Ländern, aber die Maoris wurden so weit verdrängt, dass sie auf der Südinsel gar keine Ansprüche an Grundstücke mehr hatten. Zudem wurden die Wälder so weit abgeholzt oder abgebrannt, dass nur noch grüne Hügel mit grasenden Schafen übrig blieben. Dabei kam über 50 % des Saatgutes aus Europa und auch ein Großteil der Nutztiere und Schädlinge. Heute hat man erkannt, welch großen Schaden die ersten Einwanderer aus England, Schottland und Irland mit ihrer Idee, aus Neuseeland die ¨Milchfarm¨ Großbritanniens zu machen, angerichtet haben. So wird versucht, mit Gift und Fallen, die wir überall auf den Wanderwegen gesehen haben, die ausländischen Schädlinge auszumerzen und damit einheimische Tiere zu schützen und ihre Population zu erhöhen. 

Architektonisch interessante Innenstadt

Die Cuba Street ist für ihre guten Restaurants und hippen Geschäfte bekannt

Nach dem Museumsbesuch machten wir einen längeren Spaziergang durch die Innenstadt und entlang der Hafenpromenade. Ähnlich wie im Düsseldorfer Medienhafen wurden dort heruntergekomme Industrie- und Hafenanlagen aufgepeppt und heute findet man viele Bars und Cafés in cooler Location.

Im restaurierten Hafen von Wellington

Kunst im Hafen

Wellington erinnert teilweise sehr stark an San Francisco. Neben der Lage an der Meeresbucht liegt das sicherlich an der Architektur der Häuser und den vielen Hügeln. Selbst eine in der Schweiz gebaute Cable Car gibt es. Mit der sind wir hoch zu den botanischen Gärten gefahren.

Die Häuser könnten auch in San Francisco stehen
Dank dieser Cable Car haben wir uns den steilen Aufstieg gespart
Wellington vom botanischen Garten aus gesehen

Abgesehen von der schönen Aussicht über die Stadt waren die Gärten selbst allerdings höchst unspektakulär, insbesondere verglichen mit denen in Christchurch und Dunedin. Nur das Café neben den Gärten war ganz nett. In einem Nebenraum des Cafés gab es eine kleine Parfümerie, in der wir beim Ausprobieren der vielen Düfte mit dem Besitzer ins Gespräch kamen. Er ist Holländer und lebt seit 30 Jahren in Neuseeland. Er fühlt sich hier sehr wohl, nur die Erdbeben (in Wellington gibt es etwa eins pro Woche, meistens aber natürlich eher schwach) stören etwas. Wobei er meinte, dass das vor zwei Wochen das schlimmste wäre, das er bisher erlebt hätte. Man muss schon gute Nerven haben, um ein Geschäft voller kleiner Glasfläschen in einer so aktiven Erdbebenregion wie Wellington zu besitzen. Er hat uns allerdings verraten, dass er am Morgen nach dem Erdbeben erstmal alle Fläschen festgeklebt hat.

Im Café auf dem Hügel mit der Innenstadt im Spiegel

Nach dem Kaffee ging es schnell wieder mit der Cable Car runter in die Stadt und den Hügel – etwas großspurig Mt. Victoria genannt – auf der anderen Seite wieder hoch. Von dort war der Ausblick noch etwas spektakulärer. Außerdem sind wir beim Aufstieg an der Stelle vorbeigekommen, an der sich im Herrn der Ringe Film die Hobbits unterm Baumvorsprung vor dem schwarzen Reiter verstecken. Den Baumvorsprung gibt es in Wirklichkeit zwar nicht, aber die Straße hat man wiedererkannt. Wer hätte geahnt, dass die Hobbits von ihrem Versteck aus einen tollen Blick über Neuseelands Hauptstadt hatten?! Anschließend war gerade noch genug Kraft, um den ¨Berg¨ auf der anderen Seite wieder runterzusteigen und den kurzen Weg bis zu unserem Übernachtungsparkplatz zu gehen.

Und noch ein Blick auf die Innenstadt, diesmal von der anderen Seite. Rechts im Bild kommt gerade die Fähre an, mit der wir am Vortag von der Südinsel gekommen sind.
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