Auckland

Auckland wird regelmäßig in Umfragen als eine der lebenswertesten Städte der Welt genannt, entsprechend neugierig waren wir. Bisher haben uns die meisten neuseeländischen Städte auf der Nordinsel ja nicht sonderlich überzeugt, ganz im Gegensatz zum Land an sich. Wir hatten vier Tage dort geplant und im Nachhinein war das eine gute Idee, da wir nach Abgabe des Campers erst gemerkt haben, wie erschöpft wir eigentlich waren. Deswegen haben wir es mit Aktivitäten in Auckland auch nicht übertrieben. Wobei Sue, unsere Gastgeberin, sehr bemüht darum war, dass uns nicht langweilig wurde. Sie war so nett uns direkt von der Campervermietung abzuholen, da sie einen freien Tag hatte. Nicht etwa von der Arbeit, denn sie ist Mitte 70 und Rentnerin. Aber wie man weiß sind Rentner ja vielbeschäftigte Leute und sie war da keine Ausnahme. Jeden Tag war sie mit irgendjemandem verabredet oder ging zum Senioren Zumba, so dass wir sie nur morgens und abends sahen. Schade, dass wir nicht noch ein paar Tage länger geblieben sind, denn Sue wollte in den Tagen nach unserer Abreise Zitronenchutney von den fast pampelmusengroßen Zitronen in ihrem Garten als Weihnachtsgeschenke für Ihre Familie kochen. Die Idee ein Zimmer in ihrem kleinen Haus zu vermieten, hat sie Anfang des Jahres von ihrer Tochter bekommen, die bereits ein Zimmer in Wellington vermietet. Da Sue in ein paar Jahren sechs Wochen lang mit dem Auto durch Frankreich reisen möchte, kommt ihr der Zuverdienst ganz recht. 

Oma Sues kleines Häuschen

Da wir also nun schon mal in Sues Auto waren, wollte sie uns auch gleich die ersten Sehenswürdigkeiten zeigen. Also ging es statt in unser neues Zuhause erstmal auf den One Tree Hill. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich dabei um einen Hügel, der in Wahrheit Überbleibsel eines Vulkans ist. Da die Neuseeländer es bekanntlich abenteuerlich mögen – wer sonst erfindet sowas wie Bungy Jumping – haben sie ihre größte Stadt nicht nur auf einem, sondern gleich auf 50 Vulkane gebaut. Viele, aber nicht alle, sind erloschen. Der One Tree Hill ist wie gesagt einer der 50 und liegt mitten in einem riesigen Park, der gleichzeitig als Farm genutzt wird. Von oben hat man einen tollen Blick über die Gegend. Nur den einen Baum, den man erwartet, suchte man bis vor kurzem vergeblich. Der Hügel ist den Maori, Neuseelands Ureinwohnern, nämlich sehr wichtig und daher war ihnen die Monterey Pinie, die dort als One Tree stand, schon lange ein Dorn im Auge. In einer Nacht- und Nebelaktion wurde sie 2000 von Maori-Aktivisten gefällt und der Hügel war lange ohne seinen One Tree. Mittlerweile konnte man sich aber friedlich auf einen Kompromiss einigen und hat fünf neue Bäume gepflanzt – natürlich einheimische! Die fünf sollen sich gegenseitig Schutz bieten bis einer stark genug ist. Dann werden vier gefällt und der Hügel hat seinen Namen endlich wieder zu Recht.

Rebecca hat die Aussicht sichtlich genossen

Sue hat uns nur eine kurze Pause zum Auspacken gegönnt und schon ging es weiter zum nächsten Hügel, dem Mt. Victoria in Devonport, gegenüber von Aucklands Innenstadt. Dort hat sie uns mit einer detaillierten Erklärung wie wir wieder nach Hause finden aus dem Auto geworfen und uns selbst überlassen.

Auch hier ging es ganz schön stürmisch zu
Rebecca kurz vorm Abheben

Wir haben uns ein wenig in Devonport umgesehen und dann eine Fähre in die Innenstadt genommen. Dort war sonntags recht wenig los und wir waren sowieso schon müde, also haben wir es fürs erste bei einer kurzen Erkundungstour belassen. An den folgenden Tagen waren wir aber natürlich noch öfter dort.

Im Hafen verschmilzt alt und neu zu einem harmonischen Ganzen
Auckland hat seinen Hafen aufgehübscht und mit vielen guten Restaurants bestückt. Die Seecontainer links im Bild beherbergen übrigens die Toiletten.
Rudolph und sein Herrchen genießen die Sommersonne in Aucklands Innenstadt
Die Uniabsolventen hatten Glück und konnten Erinnerungsfotos vorm Lego-Weihnachtsbaum machen

Ein anderer Ausflug hat uns nach Takapuna geführt, eine gute Stunde Fußweg von unserem Zuhause entfernt. Dort sind wir dem Geheimnis von Aucklands Entspanntheit etwas mehr auf den Grund gekommen, als wir mittags einfach so stundenlang auf einer Liege am Strand saßen und die Leute beobachtet haben. Egal, wo man in Auckland wohnt, ist der nächste Strand nämlich selten weiter als zwanzig Minuten entfernt. Das nutzen die Aucklander auch intensiv aus. Selbst bei den frischen Temperaturen um die 20 Grad ließen sich die meisten nicht davon abhalten im Meer zu baden. Wir aber schon!

Entspannung von der Großstadt in Takapuna

Nach vier entspannten Tagen in Auckland war es an der Zeit fürs nächste Land. Neben den landschaftlichen Highlights hat Neuseeland auch in unserer Reisestatistik eine herausragende Rolle übernommen. Mit 44 Tagen waren wir mehr als doppelt so lang hier wie in Kolumbien, mit 21 Tagen die bisherige Nummer eins. Von den 44 Tagen haben wir 26 auf der Süd- und 18 auf der Nordinsel verbracht. Falls wir jemals wieder kommen sollten, würden wir das Gewicht wohl noch weiter Richtung Südinsel verschieben. Die Nordinsel ist zwar nicht per se schlecht, aber auch nicht so speziell, dass man dafür extra um die halbe Welt fliegen müsste. Bei der Südinsel sieht das hingegen ganz anders aus…

Blick auf Aucklands Skyline
Die Kugel hat Niko nicht überrollt

Auch das Loch im Reisebudget kann sich sehen lassen. Mit 146 Euro pro Tag sind wir zwar unter dem veranschlagten Budget von 160 Euro geblieben. Allerdings hatten wir in der ursprünglichen Reiseplanung nur vier Wochen Neuseeland veranschlagt. Als wir irgendwann in Mittelamerika angefangen haben, uns Gedanken darüber zu machen, was wir in Neuseeland eigentlich alles sehen wollen, war aber recht schnell klar, dass vier Wochen dafür nie im Leben ausreichen würden. In den sechs Wochen haben wir dafür nun fast alles gesehen, was wir sehen wollten. Man weiß ja nie, ob man jemals wieder dorthin zurück kommt…

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