​Melbourne: unser neues Zuhause?

Melbourne ist die kosmopolitischste Stadt Australiens, hat uns unsere Reiseleiterin bei einer Free Walking Tour erzählt. Nun ja, da wir gerade erst in Australien angekommen sind, können wir uns kein Urteil erlauben, aber nach ein paar Tagen Melbourne haben wir beschlossen, dass wir dort auf jeden Fall wohnen könnten. Damit ist sie die erste Stadt auf unserer Reise, die dies von sich behaupten kann.

St. Paul’s Cathedral und Federation Square rechts

Melbourne ist unglaublich lebendig, jedes zweite Ladenlokal ist gefühlt ein Restaurant oder eine Bar und es mag an ihrer Größe liegen, aber in der Stadt sind immer viele Menschen egal welchen Alters unterwegs. Es ist bestimmt auch ein australischer Sport, direkt nach der Arbeit noch auszugehen. Zumindest kam es uns so vor, als wären die verschiedenen Lokale schon ab Mittag von Schlipsträgern bevölkert. Vielleicht werden ja auch Meetings nach draußen verlegt, bei einem Gläschen Wein verhandelt es sich bestimmt viel angenehmer. Gegen Abend kommen dann die Schlipse ab, aber voll bleiben die Restaurants trotzdem.

Wir haben in der Nähe von Chinatown gewohnt, wo wir gleich am ersten Abend eher aus Zufall in ein anscheinend sehr angesagtes Dumpling Restaurant geraten sind. Ein paar Tage später musste man draußen sogar Schlange stehen. Nicht unüblich vor Melbournes Restaurants. Wenn es irgendwo gut schmeckt, dann wird es mit geduldigem Warten gewürdigt. Neben einer Unmenge Chinesen gibt es eine Unmenge an anderen asiatischen Restaurants, aber eigentlich ist in Melbourne die Küche der ganzen Welt vertreten. Und nicht zu vergessen ist die Foodtruck Szene die größte in ganz Australien. Während unseres Aufenthaltes haben wir uns also durch chinesisch, japanisch, indisch, laotisch, vietnamesisch und griechisch probiert. Manches kam auch mehrmals dran.

Wir mussten zum Glück nur kurz anstehen, um in den Genuss der leckeren Dumplings zu kommen
Chinatown im Abendlicht

Zudem macht der Kontrast zwischen alt und neu den zusätzlichen Reiz der Stadt aus. Niko hat sich oft an London erinnert gefühlt. Tatsächlich haben wir während unserer Free Walking Tour erfahren, dass Londons Brücken Pate für die Brücke über den Yarra River standen. In der Nähe des Flusses fand übrigens auch die erste Besiedelung Melbournes statt. Ein Wasserfall wurde sogar entfernt, damit mehr Platz war. Die armen Aborigines hatten ihr Land damals an die britischen Kolonisatoren verpachtet, das dachten sie zumindest. Da sie des Lesens nicht mächtig waren, waren sie ihr Land aber für immer los, denn sie hatten es nichtwissend an die Briten verkauft.

Die altehrwürdige Flinders Station direkt am Federation Square

Die neuen Stadtväter planten die Stadt im Schachbrettmuster rund um den Yarra River, einen zentralen Platz gab es nicht, denn man ging davon aus, dass man sich sowieso immer in der Nähe des Flusses treffen würde. Als Melbourne wuchs, fehlte aber ein solcher Platz und so wurde der Federation Square gebaut, der heute als Veranstaltungsort, Treffpunkt oder Ausstellungsfläche dient.

Blick auf die Gebäude des Federation Square von der anderen Flussseite und die vielen Restaurants am Ufer

In der angrenzenden Kunstgalerie Ian Potter Center finden viele kostenlose Veranstaltungen statt, man kann gratis Filme aus der großen Mediathek gucken oder an Yoga oder Meditationen teilnehmen. Auf jeden Fall ein architektonisches Highlight, wenn auch nicht ganz unumstritten, aber wie immer, Geschmackssache. Rund um den Federation Square sieht man besonders gut, wie alt und neu zu einem harmonischen Ganzen verschmilzt.

Und nochmal der Fed Square
Auf einen Blick erkennbar: das Ian Potter Center hat sich der Kunst verschrieben

Viel zu sehen gab es auch auf dem riesigen Queen Victoria Market. Die Hälfte der Händler waren wahrscheinlich mal wieder Chinesen und es gab wahrscheinlich auch nichts, was man nicht auf diesem Markt hätte kaufen können.

Der alte Queen Victoria Markt mit den neuen Wolkenkratzern
Auf dem Markt herrschte geschäftiges Treiben
Selbst Perücken gab es
Und daneben Hüte, falls einem die Haarpracht doch nicht gefällt
Besonders beliebt waren auch Selfies mit dem Weihnachtsmann

Mit Sicherheit kann man Wochen in Melbourne verbringen, ohne dass einem langweilig wird. Die vielen kleinen Gassen mit ihren Restaurants, ausgefallenen Läden und Unmengen an Streetart laden zum Bummeln ein und in den vielen Parks mitten in der Stadt lässt es sich herrlich entspannen.

Eine der vielen kleinen Gassen, in denen wir rumgeschlendert sind
Die Hosier Lane ist für ihre täglich wechselnde Streetart bekannt
Niko hat sich in seine Kindheit zurückgesetzt gefühlt. Wer kennt heutzutage schon noch Skeletor?

Auch das Meer ist nicht weit von der Innenstadt entfernt. Melbourne liegt an einer großen Bucht, an der es ganz schön stürmisch zugeht. Das stört die Melburnians aber so gar nicht. Im Stadtteil St. Kilda ist es schon gleich etwas gemächlicher, hier trifft man sich zum Faulenzen oder Barbecue am Strand oder, wie üblich in Melbourne, probiert eines der zahlreichen Restaurants an der Promenade aus. Das Highlight St. Kildas haben wir allerdings entdeckt, als wir auf einem Steg ein paar Hundert Meter in Richtung eines Naturschutzgebietes gelaufen sind. Dort versteckten sich unter dem Steg vier winzige Pinguine, die kleinsten der Welt und wir haben endlich unsere Pinguine gesehen, denn die haben wir ja in Neuseeland einfach nicht zu Gesicht bekommen. Dass Melbourne eine absolut lebenswerte Stadt ist, finden also selbst die Pinguine.

In St. Kilda mit Melbourne und einigen Kitesurfern im Hintergrund
Die Jungs und Mädels waren echt fit
Niko mit vollem Körpereinsatz bei der Pinguinsuche
Und da waren sie endlich, die kleinen Racker

Und hier noch ein paar weitere Impressionen, die wir zu schön finden, um sie nicht zu teilen:

Rebecca macht den Rebeccawalk
Niko macht den bärtigen Küsser
Kunst an allen Ecken und Enden. Mit der Straßenbahn konnte man übrigens in der Innenstadt umsonst fahren.
In dieser Straße haben wir gewohnt
Nicht schön, aber bemerkenswert. Hier können sich Obdachlose duschen oder die Haare schneiden lassen.
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s