​Weihnachten in Australien

Tag 156: Für uns war es Tag 156, für den Rest der Welt Heiligabend. Da wir trotz Weihnachtsliedern im Radio aber noch so gar nicht in Weihnachtsstimmung waren, verbrachten wir den Tag im Wesentlichen wie jeden anderen. Zunächst wollten wir dem Mysterium auf den Grund gehen, wieso Deutsche angeblich so sehr auf Mallacoota stehen. Bisher war uns noch nichts außergewöhnliches an dem Örtchen aufgefallen. Also sind wir auf Empfehlung unserer Vermieterin an den Betka Beach gefahren, der nur wenige Kilometer von Mallacoota entfernt liegt. Der war tatsächlich sehr schön und wir haben den Spaziergang zwischen den Felsen sehr genossen. Aber so viel besonderer als die anderen Strände, die wir schon gesehen haben, ist er auch nicht. Es bleibt ein Rätsel was der Routenplaner mit seiner Andeutung, dass Mallacoota der Traum jedes deutschen Australienurlaubers sei, gemeint hat.

So stellt man sich in Mallacoota scheinbar Touristen vor. Gut, dass Rebecca sich für den Fototermin extra schick gemacht hatte.
Die Felsen am Betka Beach
Wie soll hier nur Weihnachtsstimmung aufkommen?

Wir wollten heute nicht zu spät ¨Feierabend¨ machen und sind deswegen mit nur kurzen Pausen an diversen Stränden bis ins 280 Kilometer entfernte Batemans Bay gefahren. Dort haben wir eins der letzten freien Zimmer zu einem im Vergleich zu den Vortagen deutlich überteuertem Preis ergattert. Dem Motelbesitzer war es sichtlich peinlich für das Zimmer so viel Geld zu verlangen, aber er hat uns erklärt, dass wir leider einen Tag zu spät kämen. Ab heute ist Hauptsaison. Gestern hätte er uns das Zimmer für sehr viel weniger Geld gegeben. Immerhin ein kleiner Trost…

Die meisten Strände hatten wir komplett für uns

Den heiligen Abend selbst haben wir damit verbracht mit Freunden und Familie zu telefonieren bzw. zu schreiben. Und direkt nebenan gab es ein kitschig geschmücktes Thai-Restaurant, wo wir unser Weihnachtsessen bekommen haben. Oh, du Fröhliche!

Unser Weihnachtsessen

Tag 157: Den 1. Weihnachtstag wollten wir ganz entspannt verbringen. Kein großes Besichtigungsprogramm, keine Wanderungen und auch sonst so wenig Anstrengung wie möglich. Einfach einen schönen Strand suchen und den Tag faulenzen. Der Stadtstrand von Batemans Bay war uns dann aber doch ein bisschen zu unspektakulär und so haben wir uns erstmal auf den Weg Richtung Sydney gemacht. Direkt nördlich von Batemans Bay beginnt der Murramarang Nationalpark mit einigen schönen Stränden. Allerdings kostet der Park 8 Dollar Eintritt und der Automat nahm nur Münzen. Wie das Schicksal so spielt hatte Niko im Thai-Restaurant einige Münzen als Trinkgeld gegeben und so konnten wir nur 7,60 Dollar zusammenkratzen. Es war auch niemand aufzutreiben, der uns unsere Scheine wechseln konnte. Während wir noch da standen und überlegten, was wir jetzt machen sollen, hoppelte ein Känguru an uns vorbei. War der Abstecher also immerhin nicht komplett umsonst. Wir haben uns entschieden, keine Strafe zu riskieren und weiterzufahren.

Dank ihm hier hat sich unser Abstecher in den Murramarang Nationalpark dann doch etwas gelohnt

Einige Kilometer weiter haben wir mit dem Wairo Beach dann aber endlich doch noch einen richtig schönen, menschenleeren Strand gefunden. Einziges Problem an Australiens Stränden ist allerdings, dass es weit und breit keinen Schatten gibt. Zugegeben, das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Aber die australische Sonne ist stark und mehr als eine halbe Stunde in der Mittagssonne wollten wir unserer Haut dann doch nicht zumuten. Am nächsten Strand, dem Mollymook Beach, haben wir es ähnlich gehalten.

Wairo Beach war super…
…aber ein paar Palmen zum Schattenspenden hätten nicht geschadet

Strand Nummer drei sollte der Hyams Beach werden, von dem wir gelesen haben, dass er den weißesten Sand der Welt haben soll. Das haben scheinbar auch ein paar tausend andere Leute gelesen, denn dort angekommen, war der Strand so vollkommen überfüllt, dass an Parken, geschweige denn entspannt die Aussicht zu genießen, nicht zu denken war. Wir haben also kehrt gemacht und sind eine Stunde weiter bis nach Kiama gefahren. Dort bot sich leider ein ähnliches Bild. Man merkte, dass heute fast alle Australier frei haben. Allerdings ist der Ort etwas größer und kam daher auch etwas besser mit dem Verkehrsansturm klar, so dass wir nach einigem Suchen einen Parkplatz ergattern konnten. Die Strandpromenade entlang einer felsigen Halbinsel ist sehr schön. Dort gibt es ein Meeresschwimmbecken und ein großes Blowhole. Es hat aber nur so gewimmelt von Leuten, so dass wir es bei einem kurzen Besuch belassen haben.

Ganz schönes Getümmel im Schwimmbad. Das Meer daneben war hingegen leer.
Alle Weihnachtsverweigerer fanden sich auf den Wiesen zur Picknicksdemo ein

Irgendwie war der Tag dann doch nicht so entspannt gewesen, wie ursprünglich geplant und wir wollten jetzt nur noch schnell ein Nachtquartier in Wollongong auftreiben und dann wirklich nichts mehr tun. Leichter gesagt als getan, da am 1. Weihnachtstag praktisch das ganze Land zum Erliegen kommt. Alle Motels, die wir angefahren haben, waren entweder schon ausgebucht oder – der häufigere Fall – es war gar niemand da, den man hätte fragen können, ob noch etwas frei ist. Nach anderthalbstündiger erfolgloser Suche hat Rebecca bei Airbnb ein Zimmer in der Nähe entdeckt. Glücklicherweise hat die Vermieterin auch sofort auf die Anfrage reagiert: Sie muss in einer halben Stunde auf eine Weihnachtsfeier. Wenn wir vorher da sind, können wir das Zimmer haben. Wir haben also Gas gegeben und waren pünktlich dort. Später noch an der Tankstelle ein Sandwich besorgt, da wir wirklich kein einziges offenes Restaurant gefunden haben. Und so ging unser Weihnachtstag in Australien endlich zu Ende…

Zumindest konnten wir unser Tankstellensandwich bei dieser schönen Aussicht vom Balkon unserer Unterkunft genießen

Tag 158: Das Haus, in dem wir übernachtet haben, gehörte einem vietnamesischen Koch, seiner Frau und deren kleinem Sohn. Es war noch ein weiteres Zimmer an eine amerikanische Touristin vermietet, die wir allerdings nie zu Gesicht bekommen haben. Das Zimmer war einfach, aber wir haben das Haus den Abend über für uns alleine gehabt und sehr gut geschlafen. Dies war bei weitem unsere schlechteste Airbnb-Erfahrung, denn das Haus war sehr unaufgeräumt und wir haben unseren Kaffee am nächsten Morgen aus Schüsseln trinken müssen, da keine Tassen aufzufinden waren. Zum Glück haben wir dafür das einzige Messer des Hauses gefunden, ansonsten gab es nur Stäbchen. Trotzdem waren wir froh, überhaupt ein Bett für die Nacht gehabt zu haben, für das wir auch noch vergleichsweise wenig bezahlt haben.

Frühstück bei unserer vietnamesischen Gastfamilie. Sie wohnen schon sehr viel länger in dem Haus als man anhand der vielen Umzugskisten glauben sollte.

Wir sind frühzeitig aufgebrochen und in einem Rutsch bis nach Sydney durchgefahren, wo wir unser Auto abgegeben haben. Schade, da es sich wirklich gut gefahren hat, wie Niko findet. Wie an anderer Stelle schon erwähnt, sind es um die 880 Kilometer von Melbourne nach Sydney. Da wir nicht den direkten Weg genommen hatten, war klar, dass wir eine längere Strecke zurückgelegt haben. Aber als wir bei der Rückgabe erfahren haben, dass wir in den letzten fünf Tagen ganze 1777 Kilometer gefahren sind, haben wir dann doch gestaunt (unsere Route findet ihr wie immer hier). Andererseits erklärt das, wieso wir uns irgendwie erschöpft fühlen. Naja, jetzt haben wir erstmal sieben Tage Sydney zum Erholen vor uns.

Der stolze Fahrer mit seinem weißen Flitzer
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