​Von den blauen Bergen kommen wir

Tag 165: Mit einem lachenden und einem weinenden Auge haben wir Sydney am 2. Januar 2017, Tag 165 unserer Reise, verlassen. Unser Hotel mit den vielen Annehmlichkeiten werden wir auf jeden Fall vermissen. Die Stadt selbst aber eher nicht und so freuen wir uns jetzt wieder auf das etwas ländlichere Australien. Zunächst sind wir in westliche Richtung gefahren. Das ist eigentlich falsch, da wir nach Norden müssen, aber die Blue Mountains wollten wir uns nicht entgehen lassen. Sie liegen gerade mal etwas über eine Autostunde von Sydney entfernt. Am frühen Nachmittag sind wir in Wentworth Falls angekommen. Dort gibt es mehrere Aussichtungspunkte auf den gleichnamigen Wasserfall. Die Landschaft ist gigantisch mit den schroff abfallenden Klippen und den bewaldeten Tälern.

Die Wentworth Falls. Wenn man genau hinsieht, erkennt man Leute, die lebensmüde auf den glitschigen Felsen rumturnen.

Über den Tälern ist es immer mehr oder weniger diesig aufgrund von Ausdünstungen der Eukalyptusbäume. Dadurch wirken die umliegenden Berge bläulich, was ihren Namen erklärt. Außerdem riecht es natürlich auch nach Eukalyptus. Den Geruch konnten wir an unserem zweiten Stopp, dem Sublime Point, etwas besser genießen, da es dort viel leerer war als bei den doch sehr überlaufenen Wentworth Falls.

Die Aussicht vom Sublime Point war fantastisch

Der Sublime Point liegt auf einer Felszunge mit tollem Ausblick in alle drei Richtungen. Von so viel frischer Luft waren wir dann aber doch etwas müde und sind auf Motelsuche im benachbarten Katoomba gegangen. Dabei haben wir einiges von dem Örtchen gesehen und es für ziemlich hässlich und absolut nicht sehenswert abgestempelt. Übernachtet haben wir dort aber trotzdem.

Tag 166: Der Echo Point ist die berühmteste Sehenswürdigkeit der Blue Mountains und entsprechend hat uns unser Reiseführer schon vorgewarnt, dass wir besser früh da sein sollten, wenn wir nicht von dutzenden Reisebussen zugeparkt werden wollten. Wir haben uns also recht früh auf den Weg gemacht, aber voll war es trotzdem schon. Vom Echo Point sieht man über das angrenzende Tal, die Three Sisters, eine Felsformation und auf die steilste Seilbahn der Welt.

Die Three Sisters
Wir vermuten, dass der Zaun nicht ohne Grund da steht. Aber offensichtlich ist manchen Leuten ein gutes Foto wichtiger. Fast alle da unten waren Deutsche.
Um zu den Three Sistern zu gelangen, musste man erstmal anstehen.

Irgendwann war es uns dann aber doch zu voll und wir haben die schöne Aussicht hinter uns gelassen. Allerdings nicht für lange, da der nächste Aussichtspunkt, der Evans Lookout, nur wenige Kilometer entfernt lag. Er steht scheinbar nicht ganz so hoch im Kurs bei den Busreiseunternehmen und daher war es leerer und entspannter.

Blick vom Evans Lookout. Fast genauso gut wie vom Echo Point, aber viel leerer.

Anschließend war es aber auch schon an der Zeit unseren Kurztrip in die Blue Mountains zu beenden. Eigentlich wollten wir noch eine Wanderung machen, aber es war uns dann doch zu heiß. Also ging es zurück an Sydney vorbei nun aber wirklich Richtung Norden zum Bouddi Nationalpark. Er liegt direkt an der Küste und von seinen höheren Punkten aus kann man sogar Sydneys Innenstadt am Horizont erkennen. Wir haben einen Spaziergang am Strand vorbei zu einigen Felsen gemacht. Die Farben und Formen der Felsen war so spektakulär, dass wir eine ganze Weile einfach nur da gesessen und sie und das Meer angesehen haben.

Das Farbenspiel der Felsen war sehr beeindruckend
Die Farben änderten sich ständig, je nachdem wie die Sonne auf die Felsen fiel

Als wir genug Sonne getankt hatten, sind wir in unser Nachtlager, das Bella Vista Motel, in Gosford gefahren. Ausnahmsweise war der Motelname dieses Mal tatsächlich Programm: die Aussicht hat sich sehen lassen.

Die Bella Vista Aussicht

Tag 167: Heute wollten wir uns den größten Salzsee Australiens angucken und so haben wir uns morgens Richtung Toront auf den Weg gemacht. Die Aussicht von einer Brücke war unterwegs spektakulär, aber an unserem ersten Halt, einem kleinen Park in einer Bucht sah der eigentlich riesige See wie ein ganz normaler See aus. Wir haben uns deshalb dort nicht lange aufgehalten und sind weiter nach Newcastle gefahren, der angeblich meist unterschätzten Stadt Australiens, wie uns unser Reiseführer weis machen wollte. Tatsächlich hat uns das Städtchen ganz gut gefallen: an der Strandpromenade stehen viele restaurierte Häuser und man kann auf eine Landzunge mit einem kleinen Leuchtturm spazieren.

Newcastle war klein, aber fein und hat uns gut gefallen
Vom Wellenbrecher aus hatte man einen guten Blick auf die Stadt und den „Doggy Beach“

Außerdem soll sich im Hafen eine kleine Delfinkolonie tummeln und wir haben tatsächlich auf dem Rückweg gesehen, wie ihre Flossen im Hafenbecken auf und ab tauchten. Nach einem unspektakulärem Mittagessen beim Vietnamesen sind wir auch schon weitergefahren, um unser Nachtlager zu beziehen. Dieses haben wir in Bulahdelah gefunden und wir konnten endlich nach drei Wochen umsonst unsere Wäsche waschen, während wir beide abwechselnd mit dem Motelhund hol das Zitrönchen gespielt haben.

Tag 168: Nicht nur mit dem Wäschewaschen, auch mit dem Zimmer hatten wir Glück, denn es war frisch renoviert und dem Farbgeruch zu entnehmen, waren wir die ersten Gäste, die in ihm nächtigen durften. Unser Glück hielt bis etwa 21:30 Uhr an, als eine indonesische Großfamilie das Zimmer neben uns bevölkerte. Bis 22:30 Uhr hatte sich Rebecca gegeben, bevor sie die Contenance verlieren und an die Nachbarstür klopfen wollte. Als sie 15 Minuten vorher hörte, wie die Tür aufging, packte sie die Gelegenheit beim Schopfe und machte die herauskommenden Jugendlichen auf unsere nahende Nachtruhe aufmerksam, auf die wir uns so freuten. Danach wurde es etwas leiser, sehr erholsam war die Nacht aber nicht. Am nächsten Morgen haben wir erst gesehen, dass bestimmt fünf Familien zu diesem Clan gehörten, der scheinbar alle noch freien Zimmer gemietet hatte.

Als wir im Booti Booti Nationalpark angekommen waren, hatte zum Glück auch der Regen aufgehört, denn wir brauchten doch gute Sicht. Am Cape Hawke wollten wir nämlich eine Aussichtsplattform besteigen und die Aussicht über den Nationalpark genießen.

Auf dem Cape Hawke Lookout

Naja, der Ausblick ging so, etwas diesig war es noch und der Regen hatte auch jede Menge Moskitos angezogen. Viel erschreckender war, wie viele Hochhäuser man von da oben sehen konnte. Auf einer Infotafel haben wir ein Vergleichsbild aus den 80er Jahren gefunden, tatsächlich war das Gebiet zu dieser Zeit noch kaum bebaut.

Weiter ging es nach Port Macquarie, das für seine bunt bemalten Wellenbrecher bekannt ist. Hier kann sich jeder Hobbykünstler verewigen und die bunten Steine passten gut in die lebendige Surferatmosphäre.

Rebecca begutachtet den Wellenbrecher in Port Macquarie
Angeln ist nach Rugby Australiens Nationalsport

Das Highlight des Tages war (tatsächlich für uns beide) das Koalahospital in Port, wie die Stadt liebevoll von den Einheimischen genannt wird. Dort werden durch Autounfälle, Brände oder Hunde verletzte Koalas aufgenommen und wieder aufgepäppelt. Kranke Koalas kann man übrigens gut erkennen, sie wechseln ihre Fellfarbe von grau zu braun. Manch ein Koala schafft es nicht zurück in die Wildnis. Meist sind Chlamydien daran Schuld, dass sie ihr Augenlicht verlieren und somit in der Wildnis nicht mehr zurechtfinden würden. Sie dürfen dann im Hospital bleiben und die Besucher mit ihrem Anblick erfreuen.

Einer der langfristigen Patienten
Wir hätten den Fellknäueln stundenlang zusehen können
Manche werden noch von Hand gefüttert

Besucher gibt es wahrlich genug, das Angebot einer kostenlosen Führung einmal am Tag wird von Touristen dankbar angenommen. Über eine Spende freut sich die Einrichtung natürlich und alle Verkäufe, die im kleinen Koalashop getätigt werden, kommen den Patienten zugute. Schließlich will das halbe Kilo Eukalyptusblätter, das ein Koala am Tag verputzt, von irgendetwas bezahlt werden.
Übernachtet haben wir in Kempsey. Den Abend haben wir auf der Veranda vor unserem Motel verbracht und Hunderten Vögeln beim Zurechtmachen ihres Nachtlagers gelauscht.

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