​Die dümmsten Bauern haben die größten…

Tag 169: Heute wollten wir nach längerer Pause mal wieder eine schöne Wanderung machen. Dazu hätten wir auch 30 Kilometer Umweg entlang des Waterfall Ways zum Dorrigo Nationalpark in Kauf genommen. Der Regenwald soll dort wirklich sehenswert sein und es gibt jede Menge Wasserfälle. Einen davon kann man sogar von hinten besichtigen. Nun, das Wörtchen ¨soll¨ deutet ja schon darauf hin: Es kam natürlich alles anders als geplant. Je näher wir Dorrigo kamen, desto grauer wurde der Himmel und irgendwann hat es angefangen aus allen Eimern zu schütten. So wörtlich hatten wir uns das mit dem Waterfall Way nicht vorgestellt. Knapp 20 Kilometer vor Dorrigo haben wir in Bellingen einen Stopp eingelegt. Das kleine Örtchen liegt in einem fruchtbaren, grünen Tal und ist für seine Kunsthandwerk- und Möbelläden bekannt. Tatsächlich haben uns einige der Stücke sehr gut gefallen, nur verschiffen sie leider nichts nach Deutschland. Zumindest ein paar Anregungen haben wir aber mitgenommen.

Unsere Regenpause in Bellingen. Das kleine Shopping Village war sehr liebevoll und individuell gestaltet.

Das Wetter sah auch nach dem Bummel kein bisschen besser aus und so beschlossen wir auf Dorrigo zu verzichten und so lange weiterzufahren bis das Wetter wieder besser wurde, was nach etwa 240 Kilometern der Fall war. Unterwegs haben wir nur noch zweimal kurz Halt gemacht. Einmal in Coffs Harbour, der Bananenhauptstadt Australiens, um das Wahrzeichen der Stadt zu fotografieren und in Grafton, um ein mehr als mäßiges Mittagessen zu „genießen“.

Rebecca verschwindet in der Riesenbanane!

Die Riesenbanane in Coffs Harbour hat in Australien eine Begeisterung für große Dinge ausgelöst, so dass auch andere Orte auf die Idee kamen, ihre Spezialitäten (Avocados, Mangos, Wassermelonen…) in riesig zu verewigen. So zum Beispiel unser Übernachtungsort Bellina, der scheinbar stolz auf die hiesige Shrimps-Industrie ist.

Da bekommt Niko gleich Appetit auf Shrimps

Dort haben wir beschlossen nun wirklich genug für heute gefahren zu sein, auch wenn es noch relativ früh am Tag war. Die Motelsuche gestaltete sich recht interessant, da die Motelbesitzer sich wieder für die hohen Preise entschuldigt haben, aber es sei halt Hauptsaison. Dafür haben sie uns sogar noch Tipps mit auf den Weg gegeben, bei welchen anderen Motels in der Gegend wir noch günstiger unterkommen könnten! Als wir die meisten abgeklappert hatten und zum günstigsten zurückgekommen sind, um das Zimmer zu nehmen, hat die Besitzerin uns kurz angeschaut und dann spontan beschlossen, das Zimmer noch 10 Dollar günstiger zu machen. Ob wir ihr einfach sympathisch waren oder ob es doch eher Mitleid war, können wir nicht sagen…

Tag 170: Erste Station des Tages war Byron Bay, ein kleines Örtchen, das sich mittlerweile zur Touristenhochburg gemausert hat. Eigentlich wollten wir uns zunächst den Leuchtturm direkt neben der Stadt am Cape Byron anschauen. Das Cape wurde von Captain Cook bei seiner Australienreise entdeckt und benannt und ist der östlichste Punkt (Festland-)Australiens. Nachdem wir schon am südlichsten Punkt waren, wollten wir uns den natürlich nicht entgehen lassen. Leider hatten die Idee auch noch ein paar dutzend andere Autofahrer, so dass wir oben am Leuchtturm angekommen gerade mal eine Runde über den mehr als vollen Parkplatz drehen konnten, bevor uns die Parkwächter wieder nach unten geschickt haben.

Leider hatten wir oben keine Gelegenheit Fotos zu machen, daher gibt’s nur eins vom Strand aus

Im Ort selbst war es ähnlich voll. Man merkt, dass in Australien gerade Sommerferien sind. Trotzdem war die Atmosphäre recht entspannt. Wir haben uns ein paar der Läden und natürlich auch den Strand angesehen. Ohne Surfbrett oder Skateboard unterm Arm sind wir sicherlich auch sofort als Außenseiter aufgefallen. Man sieht’s ihm an. Niko hätte auch gerne dazu gehört…

Restaurants und Souvenirshops reihten sich in Byron Bay aneinander

Weiter ging es in die Nähe des noch viel kleineren Örtchens Murwillumbah. Dort hat ein schlauer Bauer seine Obstplantage in einen Themenpark, die Tropical Fruit World, umgebaut. Sowas konnte sich Rebecca mit ihrem Früchtefetisch natürlich nicht entgehen lassen. Also haben wir im angeschlossenen Laden erstmal alle möglichen Früchte probiert und gekauft, bevor es im Restaurant einen leckeren Salat aus grüner Papaya gab. Die Tour selbst war uns etwas zu teuer und ist auch eher auf jüngere Besucher ausgerichtet.

Rebecca im Paradies. Natürlich durfte in der Tropical Fruit World ein Riesenobst nicht fehlen. Allerdings erkennt man nur mit etwas Fantasie, dass der grüne Pappmachéklumpen eine Avocado darstellen soll.

Um unsere ausgefallene Regenwaldwanderung gestern in Dorrigo wieder wettzumachen haben wir uns anschließend auf den Weg zum Springbrook Nationalpark gemacht. Dem ein oder anderen TV-Zuschauer wäre die Gegend sicherlich bekannt vorgekommen, da direkt neben dem Nationalpark momentan das Dschungelcamp gedreht wird. Unterwegs haben wir die Grenze von New South Wales nach Queensland überfahren und damit eine Stunde gewonnen, da Queensland nur neun statt zehn Stunden vor deutscher Zeit liegt. Man merkte deutlich, dass wir mittlerweile auch noch eine andere Grenze, nämlich die zum subtropischen Australien überschritten hatten. Die Straße war gesäumt von Zuckerrohrfeldern und zusammen mit den grünen bewaldeten Hügeln am Horizont hätte man auch denken können, dass wir wieder in Kuba gelandet sind. Wenn da nicht die ganzen neuen Autos wären…

Im Springbrook Nationalpark wurden wir hingegen sehr an Costa Rica erinnert. Überhaupt kämpfen wir mittlerweile immer öfter mit dem Problem, dass wir ständig das Gefühl haben, alles schon mal gesehen zu haben. Trotzdem war die kurze Wanderung zur Natural Bridge, einer Felsformation, die einen Wasserfall überspannt, ganz angenehm. Da wir gestern ja nun nicht hinter den Wasserfall konnten, waren wir heute zumindest unter einem.

Der Wasserfall von oben…
… und von unten. In der Höhle lebten einige Fledermäuse und Glühwürmer. Letztere haben wir tagsüber leider nicht gesehen.
Diese natürliche Steinbrücke gab dem Ort seinen Namen

Nun mussten wir entscheiden, ob wir direkt nach Brisbane durchfahren oder doch noch einen Stopp an Queenslands berühmter Gold Coast einlegen. Die Gold Coast hat den Ruf, das Miami Australiens zu sein. Da es außer sehr viel Strand und vielen Hotel- und Wohnklötzen an demselbigen dort nichts besonderes zu sehen geben soll, haben wir uns dagegen entschieden und sind direkt bis Brisbane durchgedüst.

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