​Rocky: The Eye of the Crocodile

Tag 174: Der heutige Tag bestand zum großen Teil aus Autofahren. Auf dem Weg nach Rockhampton gab es keine vom Reiseführer ausgelobten Sehenswürdigkeiten bzw. keine, die wir ohne großen Umweg erreicht hätten. Hinter Bundaberg fielen nur die Obstplantagen auf, zu der die Backpacker strömen, um sich mit Obstpflücken ihren Aufenthalt in Australien zu finanzieren. 

Als wir ein paar Stunden in sengender Sonne unterwegs waren und unsere Kleidung bereits durchnässt war (wir hatten noch nicht getankt und haben uns nicht getraut, die Klimaanlage anzumachen), haben wir uns an einer Tankstelle in Miriam Vale ein Eis gegönnt und es unter einem großen Baum im Schatten geschleckt. Der Lärm über uns war nicht zu überhören und als wir hochschauten, sahen wir hunderte Flughunde (flying foxes), die sich zum Schlafen in den Baum gehängt hatten. Es fiel uns zunächst gar nicht auf, aber der gesamte kleine Park vor uns war umzäunt und in allen anderen Bäumen hingen ebenfalls so viele Flughunde wie der Baum nur tragen konnte. Ein kleines Schild klärte darüber auf, dass sie gerade Junge hatten und man sie so schützen wollte. Übrigens bekommt eine Flughundmama nur ein Kind auf einmal und kann in einer Nacht 400 km zurücklegen, um Nahrung für ihr Junges zu besorgen. Das Kind lebt anfangs unter ihrem Flügel.

Rebecca mit Eis und Flughunden
Der Baum von nah…
…und von noch näher

Weil Rebecca den Reiseführer nicht richtig gelesen hatte, landeten wir etwas später in Gladstone. Dieser Ort besticht vor allem durch die größte Aluminiumfabrik Australiens. Tatsächlich kann man von dort aus aber auch zu den vielen kleinen Inseln fahren, die in den Prospekten wie Südseeparadiese anmuten. Als Rebecca am Vorabend den Ort gegoogelt hatte, um zu entscheiden, ob wir dorthin fahren, wurden ihr natürlich nur Bilder dieser Inseln angezeigt, die sie fälschlicherweise glauben machten, die Stadt selbst sei paradiesisch schön… Da wir schon einmal da waren, haben wir zwar keine Bootstour gebucht, aber immerhin mit Abstand die besten Fish & Chips unserer Reise auf dem kleinen Fishmarket zum Mittag gehabt. 

Die Fish & Chips waren wirklich lecker. Man beachte auch Nikos neuen Hut!

Weiter ging es auf ellenlangen Landstraßen kilometerweit ohne eine enzige Kurve. Um der Müdigkeit der Fahrer vorzubeugen, hatte der Staat sogar Fragen am Straßenrand auf großen Schildern aufgestellt, z.B. „Welche Blume findet man im Wappen von Queensland?“Die Antworten findet man auf Schildern ein paar Kilometer weiter (¨Cooktown Orchid¨). Bei Niko haben sie geholfen und so sind wir am Nachmittag gesund und munter in Rockhampton angekommen. Gerade noch rechtzeitig, um den kostenlosen botanischen Garten und den kleinen, aber wirklich guten (kostenlosen!) Zoo anzusehen. Er beherbergt nicht nur die üblichen Verdächtigen Känguru und Koala, sondern auch einen Emu, Dingos, Schimpansen, Pythons, Vögel und Reptilien. Lustigerweise wurde im Zoo auch vor freilebenden Schlangen gewarnt, wir haben aber immer noch keine gesehen! 

Emus machen unglaubliche Geräusche! Man denkt, man steht neben einem dinosauriergroßen Tier, wenn sie anfangen gleichzeitig lauthals zu brummen und zu grunzen.
Die Kängurus waren zu sehr mit Fressen beschäftigt, um sich um uns zu kümmern.
Der Koala hat natürlich das getan, was Koalas fast immer machen: schlafen
Und dieser ist sogar mitten in seinem Mittagessen ins Land der Träume gesunken

Tag 175: Da Rocky, wie Rockhampton von seinen Einwohnern liebevoll genannt wird, außer dem Zoo auch noch einige andere Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, sind wir am nächsten Morgen noch eine Weile geblieben und haben uns die Innenstadt angesehen. Am Flussufer unternimmt die Stadt gerade eine ganze Menge, um das Stadtzentrum etwas zu beleben. Leider sind die Arbeiten noch nicht ganz abgeschlossen, so dass ein Großteil der Flusspromenade Baustelle war. Die fertigen Teile lassen aber schon erkennen, dass es da bald sehr schön werden wird. Auch die vielen alten, gut restaurierten Häuser haben uns gefallen.

Der fertige Teil von Rockys Flusspromenade

Etwas außerhalb der Stadt besuchten wir die Capricorn Caves, ein System aus Kalksteinhöhlen. Wir haben eine einstündige Tour mitgemacht, die Alex, unser Führer, sehr unterhaltsam gestaltet hat. Höhepunkt war die Kathedrale, ein großer Hohlraum mit nahezu perfekter Akustik. Zweimal im Jahr werden dort sogar Opern aufgeführt und auch Hochzeiten in der Kathedrale sind sehr beliebt. Damit wir uns nicht nur auf sein Wort verlassen müssen, hat Alex uns Hallelujah (in einer schöneren Version als der von Rufus Wainwright) vorgespielt. Tatsächlich war der Klang hervorragend und da er zwischendurch die Lichter ausgemacht hat, war es absolut stockfinster und die Musik war alles, worauf man sich konzentrieren konnte. Ein absoluter Gänsehautmoment. Direkt neben der Kathedrale lag noch ein weiterer Raum mit einem schmalen, senkrechten Schacht. Kurz vor bzw. nach der Sommersonnenwende am 22. Dezember fällt die Mittagssonne direkt durch diesen Schacht in die Höhle und sorgt für fantastische Lichteffekte. Wenn man sich beispielsweise mit einem farbigen T-Shirt direkt unter das Loch stellt, strahlt die ganze Höhle in der Farbe des T-Shirts. Leider war es bewölkt und wir waren etwas spät dran, daher konnten wir es nicht selbst ausprobieren.

Höhlenfotos sind notorisch schwierig, aber ein bisschen erkennt man von der Kathedrale

Rocky liegt auf dem Wendekreis des Steinbocks und somit an der Grenze zu den Tropen. Das macht sich auch wettertechnisch bemerkbar, denn es war sehr heiß und schwül. Mit 37 Grad haben wir heute unseren Hitzerekord gebrochen. Auch einen tropischen Regenschauer mussten wir über uns ergehen lassen.

Der Wendekreis des Steinbocks hat sogar ein eigenes Denkmal

Grund genug so wenig Zeit wie möglich draußen zu verbringen und so sind wir nach der Höhlenführung Richtung Mackay aufgebrochen. Abgesehen von einigen kurzen Abstechern in rustikale Hinterlanddörfchen sind wir im Wesentlichen durchgefahren und nach rund vier Stunden angekommen.

Solche kleinen Perlen gab es in den unscheinbarsten Orten zu entdecken

Es war gerade noch lange genug hell, um einen kurzen Blick auf die blaue Lagune, dem Schwimmbad der Stadt, zu werfen. Blöderweise sind an Australiens Nordostküste im Sommer viele hochgiftige Quallen unterwegs, so dass man nördlich von Gladstone nur mit Schutzanzug ins Wasser kann. Daher sind Freibäder an der Küste verbreiteter als man vielleicht meinen würde.

Mondaufgang über Mackay
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s