Townsville und Magnetic Island

​Tag 178: Nach dem leckeren Mangosorbet in Bowen sind wir an vielen überschwemmten Zuckerrohrfeldern Richtung Ayr gefahren. Dort wollten wir unsere erste Pause einlegen, doch in dem Örtchen gab es einfach nichts zu sehen. Einige Kilometer weiter sollte ein Tauchgebiet sein, gegen das das Great Barrier Reef angeblich alt aussehen soll. Doch da wir nicht zur Taucherspezie gehören, sind wir weitergefahren, denn wir wollten ja heute noch in Townsville ankommen. Die Stadt ist größer als Cairns, aber wahrscheinlich hat kaum jemand außerhalb Australiens von ihr gehört. Sie hat eine wahrscheinlich tolle Strandpromenade namens „The Strand“ mit kostenlosen Meerwasserlagunen. Vom Ufer aus kann man außerdem Magnetic Island sehen, eine kleine bergige Insel, die die Budgetalternative zu den Whitsundays darstellen soll. Hört sich alles ganz idyllisch an, doch wir haben nichts gesehen. Während unseres Spaziergangs durch die Stadt hat es so sehr geschüttet, dass wir zu sehr darauf bedacht waren, nicht in meterhohen Pfütze zu ertrinken. Außerdem lag ein so dicker Regenschleier vor der Insel, dass man sie eh nicht sah.

Im strömenden Regen war die Stadt nicht ganz so überzeugend

Wir haben also erst einmal ein für den Preis relativ komfortables Apartment bezogen, das das schäbige Motelzimmer der letzten Nacht wieder wett gemacht hat. So langsam hörte der Regen im Laufe des Nachmittags auf und so sind wir am frühen Abend noch zum Aussichtspunkt Castle Hill gefahren, den wir bei unserer Ankunft umfahren mussten. Es kamen uns Dutzende Jogger entgegen, die an diesem Sonntagabend anscheinend alle nur darauf gewartet hatten, dass der Regen endlich aufhörte. Dies wussten anscheinend auch die Mücken, die sich ohne nach links oder rechts zu gucken, im Sturzflug an allem zu schaffen machten, was zwei Beine hatte. Niko kam gar nicht hinterher, sich selbst zu schlagen und nach unserem viertelstündigen Ausflug hatte er bestimmt 20 Blutsaugern den Garaus gemacht. Ungefähr zehn der Biester haben ihre toten Brüder und Schwestern aber trotzdem gerächt.

Castle Hill von unten
Von oben hatte man einen super Blick über die ganze Stadt bis hin zu Magnetic Island

Der Ausblick war dafür sehr gut, da es verschiedene kurze Wege um den kleinen Hügel gab, die mit der Sicht auf ganz Townsville belohnten. Auch Magnetic Island sah man von hier oben, wir haben uns fest vorgenommen, der Insel morgen im Sonnenschein einen Besuch abzustatten.

Tag 179: Und so sollte es kommen, denn die Wettergötter waren gnädig und die Sonne schien wieder. Beim Frühstück hatten wir deswegen entschieden, noch eine Nacht in Townsville zu bleiben und also einen Tagesausflug nach Magnetic Island zu unternehmen. Den Namen hat sie wie so vieles in der Gegend von James Cook bekommen. Als er die Insel entdeckte, spielte sein Kompass verrückt und er nahm fälschlicherweise an, dass die Felsen magnetische Wirkung besäßen. Bis zum Fähranleger ging es an der Strandpromenade vorbei, die gestern noch so trüb und trostlos aussah. Heute war sie wie ausgewechselt. Der Wasserpark war voll mit spielenden Kindern, die die letzten Tage ihrer Sommerferien genossen.

Der Rieseneimer lief langsam mit Wasser voll bis er nach ein paar Minuten umkippte: ein Riesenspaß für die Kleinen
Ohne Regen macht die Strandpromenade gleich viel mehr her

Am Fähranleger sprach uns eine Dame an, ob wir auf dem Weg nach Magnetic Island seien. Kurz nachdem wir dies bejahten, sprudelte es nur so aus ihr heraus. Sie gab uns Tipps, was wir auf der Insel machen könnten – heute nicht viel, da in der Mittagshitze an Wandern nicht zu denken sei – aber wir könnten ja schwimmen gehen. Es gibt zwei große Netze, die die tödlichen Quallen fernhalten. Blöd für uns, denn wir hatten unsere Badeklamotten vergessen… Im weiteren Verlauf unserer Inselbelehrung warnte die Dame uns vor den Drogensüchtigen aus dem Süden, die von Magnetic Island wegen ihrer Schönheit angezogen werden sollen. Nicht so toll für die Anwohner, sie selbst musste schon mit eingeschlagenen Fensterscheiben durch ihre Nachbarn klarkommen. Wir haben die Geschichte mit den Junkies erst einmal mit einem Schmunzeln abgetan, bis wir solch ein Exemplar im Inselbus neben uns sitzen hatten… 

Ankunft auf Magnetic Island
Am Fähranleger wurden wir daran erinnert, wie verdammt weit wir immer noch von Zuhause weg sind

Wir sind bis in die Horseshoe Bay gefahren, wo sich einige Restaurants und Ferienanlagen befanden. Von hier hätte man eine tolle Wanderung starten können, auf der man Koalas und Wallabies antreffen sollte. Außer einem kurzen Spaziergang und einem Fischburger- und Sandwich haben wir und unsere Mägen aber nicht viel gesehen.

In der Horseshoe Bay gab es ein Stingernetz. Nur innerhalb dieser weißen Umzäunungen kann man in Nordqueensland gefahrlos im Meer schwimmen.
Die Bay war recht ruhig und sehr idyllisch gelegen
Die Prachtmeile von Horseshoe Bay

Als der Bus endlich kam, sind wir weiter in die Picnic Bay gefahren. Die Straße führte teils am Meer entlang und teils durch Wohngebiete. Immerhin wohnen mehr als 2000 Menschen auf der Insel. Sie hat uns mit ihren grün bewachsenen Hügeln und runden Granitfelsen an eine Mischung aus Fidschi und den Seychellen erinnert. In Picnic Bay reichte die Zeit bis zum nächsten Bus für einen kurzen Spaziergang an der Promenade und für eine Kugel Eis, die bei den Temperaturen auch gleich davon geschmolzen ist. 

Wer nicht Bus fahren möchte, kann sich auch einen dieser Barbiebomber ausleihen und die Insel auf eigene Faust erkunden
Von der Picnic Bay konnte man Townsville sehen. Im Vordergrund ein weiteres Stingernetz.

Gegen Abend sind wir müde im Hotel angekommen und die Zeit reichte gerade noch so, unseren verschwitzten und mit Eis bekleckerten Klamotten mal wieder einen Waschgang zu gönnen.

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