​Game Over in Down Under

Tag 183: Cairns selbst hat keine Strände bzw. sie liegen gut 15 Kilometer nördlich der Stadt. Einem davon, Palm Cove, haben wir einen Besuch abgestattet. Man kam sich vor wie im Paradies. Meer, Blick auf mehrere kleine Inseln, schöne Häuser an der Strandpromenade, nette gesprächige Leute und – bei dem Namen nicht anders zu erwarten – überall Palmen. Kein Wunder, dass Palm Cove ein sehr beliebtes Honeymoon-Ziel ist.

Niko am Strand in Palm Cove
Mit seinem roten Rucksäckchen passt er perfekt in die Szenerie
Dieses Hotel hatte uns am besten gefallen. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: nur drei Tage später sollte es unser neues Zuhause werden

Wir überlegen auch noch, eine Nacht dort zu verbringen, allerdings nicht heute, da wir noch einiges vorhaben. Also ging es weiter gen Norden den Captain Cook Highway entlang. Die Strecke dürfte zu den szenischsten gehören, die wir in Australien bisher gesehen haben. Die Straße führt fast die ganze Zeit direkt am Meer entlang und nach jeder Biegung hat man eine neue menschenleere Bucht mit Sandstrand vor sich.

Eine der vielen traumhaften Buchten entlang des Captain Cook Highways
So macht Autofahren Spaß

So ging es weiter bis Port Douglas. Dort haben wir Mittagspause gemacht (kokosummantelter Fisch und Chips), etwas die Stadt erkundet und in einem Park am Meer entspannt.

Mittagspause in Port Douglas
Port Douglas von oben

Zuviel Zeit hatten wir aber nicht, da wir um 15 Uhr schon in Mossmans Gorge, etwa 15 Kilometer nördlich von Port Douglas sein mussten. Das Gebiet ist Aborigine-Reservat und wir hatten bisher noch keine Gelegenheit mit einem der australischen Ureinwohner zu sprechen. Daher haben wir eine Tour durch den Regenwald gebucht, um mehr über das traditionelle Leben der Aborigines zu erfahren. Wir hatten mal wieder Glück und waren die einzigen Teilnehmer der Tour. Rodney, unser Guide, war sehr nett und informativ.

Rodney führt uns die Körperbemalung der Aborigines vor
Dieses Blatt hilft angeblich gegen Kopfschmerzen

Er ist wie so viele andere Australier ein ziemlicher Mix unterschiedlicher Nationen. Seine Großmutter väterlicherseits kam aus München, sein Großvater war Aborigine. Mütterlicherseits waren wohl noch einige Südseeinseln vertreten, aber wir konnten uns nicht alles merken. Wegen seiner Oma konnte er ein paar Worte deutsch und hat sie auch immer wieder eingestreut. Wobei wir manchmal erst nach einer Weile gemerkt haben, dass er deutsch und nicht Aboriginesprache spricht. „Wossa“ hat er beispielsweise immer mal wieder erwähnt und irgendwann war klar, dass er „Wasser“ meinte. My Oma and my Ompa haben wir auch irgendwann verstanden. In einer Begrüßungszeremonie sind wir zunächst ein paar Mal um ein Feuer herumgelaufen, während Rodney die Geister beschwört hat. Danach fühlten wir uns nicht nur gegen die Geister unserer Vergangenheit sondern auch gegen die Urwaldmoskitos geschützt. Nach einem Begrüßungstee ging unser Dreamtime Walk los. Rodney hat uns anhand von vielen Beispielen gezeigt, dass die Aborigines als nomadisches Volk keine Probleme hatten, sich allein von den im Regenwald befindlichen Ressourcen zu ernähren. Ein scharfes Blatt wurde als Angelschnur benutzt, mit einer anderen Pflanze konnte man sich waschen und es gab natürlich auch unzählige essbare Früchte und Blätter, die den zubereiteten Speisen mit ihrem Geschmack nach Pfeffer oder Muskatnuss die gewisse Würze verliehen. Wurzeln verschiedener Bäume dienten als Baumaterial für Bumerangs mit denen Kängurus oder Wallabies gejagt wurden.

Auch Niko durfte sich kurz als Aborigine-Krieger fühlen

Da sich in diesen Tagen der Australia Day (also der erste Tag, an dem ein britisches Schiff Sydney erreichte) nähert, der von Gegnern auch „Invasion Day“ genannt wird, war es interessant von Rodney über die Ankunft der Briten mehr zu erfahren. In Massen trieben sie die Urweinwohner des australischen Kontinents an die Klippen und sie stürzten hinunter. Wenn sie nicht gejagt und erschossen wurden, hielt man sie als Sklaven und drohte mit Sanktionen, wenn sie ihre Muttersprache benutzten. Bis weit in die 1950er Jahre war das Halten von Sklaven in Australien erlaubt. Es ist also kein Wunder, dass ältere Aborigines nichts als Verachtung gegenüber der weißen Mehrheit empfindet. Rodney möchte die beiden Welten zueiander bringen und schafft es als einer der Tourführer bestimmt besser als es die australische Politik je getan hat. 

Nach der Tour durften wir das Gebiet noch auf eigene Faust erkunden. Der Fluss hat äußerst klares Wasser und man kann auch darin baden. Wir hatten keine Badesachen dabei und haben es bei einem kleinen Spaziergang gelassen.

Die Mossman Schlucht
Auch ohne Schwimmsachen konnten wir die Gegend genießen

Zufälligerweise haben wir beim Verlassen von Port Douglas entdeckt, dass es ein Hotel der gleichen Kette gibt, in der wir uns schon in Melbourne und Sydney sehr wohl gefühlt hatten. Da wir in den letzten Tagen auch wieder sehr viel unternommen hatten, beschlossen wir spontan, morgen eine Ruhepause einzulegen und uns zwei Nächte in dem Hotel einzumieten. Dort sind wir also nach dem Spaziergang hingefahren und haben den Abend mit Ausblick auf die Poollagune auf unserem Balkon verbracht. Rebecca hat die Lagune gleich noch bei Mondschein getestet, das Wasser war herrlich warm, brachte aber am nächsten Tag bei Sonnenschein mit weit über 30 Grad Wassertemperatur überhaupt keine Abkühlung. 

Blick von unserem Balkon

Tag 184: Einer der entspanntesten Tage in den letzten Wochen. Wir haben praktisch nichts getan. Die einzige Schwierigkeit war sich zu entscheiden, in welcher der acht Salzwasserlagunen, die rund um die Hotelanlage verteilt waren, man nun gerade entspannen möchte. Absolut paradiesisch!

Das Hotel gehört zweifelsohne zu den besten, die wir auf der Reise bisher hatten
Unsere Frühstücksterrasse

Tag 185-186: Viel zu früh mussten wir unser kleines Paradies auch schon wieder verlassen. Eigentlich hatten wir für heute eine Schnorcheltour zum Great Barrier Reef geplant, aber der Veranstalter hat sich nicht zurück gemeldet. War aber auch nicht so tragisch, da wir immer noch im Entspannungsmodus waren und eigentlich lieber nur irgendwo schön am Pool liegen wollten. Also ging es zurück entlang des Captain Cook Highways Richtung Cairns. Da es uns vorgestern in Palm Cove so gut gefallen hatte, wollten wir unsere letzten beiden Nächte in Australien dort verbringen. Tatsächlich haben wir in dem Hotel, das uns beim Spaziergang am besten gefallen hatte, ein für australische Verhältnisse recht günstiges Zimmer ergattert. Weiter ging es also mit Entspannen auf der Dachterasse am Pool mit Blick auf den Regenwald und bei mehreren Spaziergängen am Strand und durch das kleine Örtchen.

Dachpool mit schönem Blick über die umliegenden Hügel mit Regenwald
Niko ließ es sich im Blubberwasser sichtlich gut gehen
Palm Cove war perfekt zum Entspannen nach dem langen Roadtrip
Die Hauptstraße war gesäumt von Restaurants und Hotels

Tag 187: Unseren letzten Tag in Australien haben wir in Cairns verbracht. Ein kurzer Spaziergang entlang der Strandpromenade hat uns davon überzeugt, dass es eindeutig zu heiß war, um draußen unterwegs zu sein. Also haben wir uns im Kunstmuseum der Stadt umgesehen. Es gab eine ganz nette Portraitausstellung, ansonsten war aber die gut funktionierende Klimaanlage das Highlight des kleinen Museums. Am frühen Nachmittag mussten wir dann auch schon das Auto am Flughafen abgeben. Beim zweiten Roadtrip sind wir von Sydney nach Cairns insgesamt 3767 Kilometer gefahren. Vom Start in Melbourne gerechnet waren es ca. 5500 Kilometer und damit überraschenderweise weniger als wir in Neuseeland gefahren sind.

Der Flughafen in Cairns ist zwar groß genug, um ein eigenes internationales Terminal zu besitzen, allerdings starten von diesem gerade mal fünf Flüge am Tag. Daher war es im wesentlichen tot, da alle Läden erst kurz vor Abflug aufmachen. Wir haben die Wartezeit trotzdem gut überstanden und so gingen unsere 40 Tage in Australien entspannt zu Ende (hier gibt’s unsere Reiseroute). Auch hier sind wir mit 121 Euro am Tag deutlich unter unserem geplanten Budget von 160 Euro geblieben.

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