Ubud – Eat, Pray, Love

Fünf Tage Strand waren fürs erste genug und so haben wir die nächsten vier Tage im Landesinneren in Ubud verbracht. Ubud ist bekannt für seine Yoga- und Massagestudios und die vielen idyllischen Reisfelder inmitten derer es liegt, eigentlich die perfekte Filmkulisse. Kein Wunder also, dass hier der Film Eat, Pray, Love gedreht wurde. Wettertechnisch hatten wir nicht ganz so viel Glück – es ist auch hier Regenzeit – aber wir haben trotzdem einiges von der Stadt gesehen. Die Regenpausen hat Niko damit verbracht sich massieren zu lassen. Rebecca hat es einmal probiert und dann entschieden, dass sie nur Niko an ihren Körper lassen möchte.

Ubuds Straßen sind voller Touristen und Souvenirläden
Die Tempel waren schön, das Wetter leider meistens nicht

Die Stadt ist sehr auf die vielen Touristen zugeschnitten. Gefühlt ist jedes Haus entweder Unterkunft, Restaurant, Spa oder Souvenirladen. Trotzdem gibt es dazwischen so unglaublich viele Dinge zu entdecken, dass man nur im Schneckentempo vorwärts kommt. Die meisten Häuser wirken wie Tempel. Dieser Eindruck wird durch die vielen Opfergaben und Blumengestecke, die vor jedem Haus liegen und mindestens zweimal täglich erneuert werden, noch verstärkt. Auch die Gärten mit ihren vielen Statuen und Wasserspielen sind ein Traum.

Frau beim Herstellen von Opfergaben
Man musste schon aufpassen, dass man nicht ständig auf die kleinen Kunstwerke trat, die überall auf den Gehwegen und selbst bei uns im Hotelgarten lagen
Unser Hotelgarten glich einem kleinen Tempellabyrinth. Hier wohnten Familie und Bedienstete.
Der grüne Pfannkuchen gefüllt mit Banane war fantastisch und erhielt seine Farbe durch zerkleinerte Blätter
Die meisten Hinterhöfe sahen so oder ähnlich kunstvoll aus

An unserem ersten Tag in Ubud sind wir zum heiligen Affenwald gelaufen und haben ganz schön lange dort zugebracht. Das Gelände ist riesig, es gibt mehrere Tempel und Souvenirstände zu sehen, aber die eigentliche Attraktion bleiben natürlich die Affen. Mutige kaufen sich ein Bund Bananen und warten solange, bis der erste Affe den Leckerbissen in der Hand entdeckt. Da die Affen überhaupt keine Scheu haben, klettern sie sofort an ihrem Fütterer hoch und fressen ihm aus der Hand. Wenn man Glück hat, ist es eines der kleinen süßen Affenkinder. Wenn man Pech hat, ist es der Boss persönlich, der sicherlich 15 Kilo und mehr auf die Waage bringt.

Man fühlte sich durchaus wie in einem verwunschenen Wald
Die Affen leben fast komplett vom Futter der Touristen
Auch die Kleinsten machen schon mit
Wenn man etwas Essbares dabei hat, sollte man keine Kontaktscheu haben

Natürlich klauen sie dabei auch sonst alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Insbesondere Ohrringe und Schmuck werden gerne von ihnen begutachtet, wie wir beobachten konnten. Um die 700 Affen sollen in dem Areal leben und aus 5 Gruppen bestehen. Da sie oft das Territorium einer anderen Affengruppe überschreiten, haben wir auch das ein oder andere Kämpfchen miterlebt. 

Diese beiden haben sich einen hitzigen Sorgerechtsstreit um ihr Kind geliefert
So ungefähr sah Niko bei seinen Massagen auch aus

Eine balinesische Tanzvorführung haben wir auch besucht. Diese fand in einem nahegelegenen Tempel statt und erst am nächsten Tag haben wir gemerkt, dass an fast jeder Ecke jeden Tag Barong, also traditioneller balinesischer Tanz vorgeführt wird. Die Vorführung gleicht einem kleinen Spektakel, wenn sich ca. 40 ältere Männer in einen Kreis setzen und langsam durch rhythmisches Brummen in eine Art Trance geraten. Instrumente gab es nicht, die Männergruppe diente als Chor. Zwischen ihnen tanzten zwei junge balinesische Schönheiten, die immer wieder einmal von Bösewichten gestört wurden, die sogar die Glut angezündeter Kokosnussschalen durch den Raum traten. Rebecca hätte sich glatt noch eine Tanzperformance angesehen, Niko fand die eine gut genug, dass es nicht noch eine weitere werden musste. 

Leider war es für bessere Fotos zu dunkel für unsere kleine Kamera
Nachdem der Schurke ein paar Mal um das Feuer geritten war, trat er in den glühenden Haufen Kokosnüsse und verteilte sie im Raum. Wir waren froh, nicht in der ersten Reihe gesessen zu haben, trotzdem hatte Rebecca zum Schluss einen schwarzen Strich auf der Nase. Bestimmt ein Zeichen der Götter.

Eine Hauptattraktion Ubuds sind die terrassenförmig angelegten Reisfelder, die wir unbedingt sehen wollten. Dies hätten wir gut am ersten Tag machen können, dem einzigen, trockenen Tag, wir wollten uns aber noch was für die nächsten Tage aufheben und haben diese dann damit zugebracht, auf gutes Wetter zu warten. So haben wir, nachdem es auch am letzten Tag in einer Tour durchgeregnet hatte, die kurze Regenpause am Nachmittag dazu genutzt, uns endlich Richtung Reisfelder aufzumachen. Der Weg führte von einer sehr geschäftigen Straße in eine enge, dunkle Gasse weiter über einen sehr matschigen, schmalen Pfad. Bei unserem ersten Versuch am Tag zuvor sind wir an diesem Punkt umgekehrt, da es uns doch ein wenig zu glitschig war. Heute aber war unser letzter Tag und so mussten wir da durch. Und wurden belohnt, als die ersten Reisfelder und die kleinen Hütten der Bauern vor uns lagen, ein so idyllisches Bild nur ein paar Minuten Fußmarsch entfernt von der überfüllten, lärmenden Innenstadt.

Auf dem Weg zu den Reisfeldern. Dass hier noch was Schönes kommen sollte, hätten wir kaum mehr geglaubt.
Doch schwupsdiwups waren wir wie in einer anderen Welt. Dafür, dass sie so nah an der wuseligen Stadt sind, sind die Felder wirklich sehr idyllisch.
Ohne Regenschirm das Hotel zu verlassen wäre fahrlässig gewesen
Nicht nur Reis, auch Enten gab es zu Genüge

Da unser Flug nach Kuala Lumpur sehr früh morgens ging, haben wir die letzte Nacht in Bali in Seminyak in der Nähe des Flughafens verbracht. Und dabei festgestellt, dass es eine sehr gute Entscheidung war, bisher einen großen Bogen um das Touristenzentrum Balis, das aus Kuta, Legian und Seminyak besteht, gemacht zu haben. Die Gegend ist irgendwie zwischen unspektakulär, hässlich, vermüllt und komplett überlaufen anzusiedeln. Da wir nur ein paar Stunden dort verbracht haben, war es aber nicht weiter tragisch. Nach zehn Tagen haben wir Bali dann auch schon wieder verlassen. Wir hatten relativ konservativ mit 58 Euro Tagesausgaben gerechnet, was wir mit gerade mal 34 Euro locker unterschreiten konnten.

Wir haben 400 Fotos in vier Tagen Ubud geschossen! Da fiel die Auswahl echt schwer. Deshalb hier noch einige Eindrücke aus Ubud:

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