Srilankische Gastfreundschaft

Rebecca hat letztes Jahr schon einmal sechs Wochen in Sri Lanka verbracht und ehrenamtlich für eine NGO gearbeitet. Dieser Platz wurde ihr über ¨Social Starters¨ vermittelt, einem Startup aus England, das Menschen mit Berufserfahrung mit sozialen Unternehmen verbindet, die in ihren Arbeitsabläufen Unterstützung und Beratung brauchen.

Im letzten Jahr zu Besuch bei einer der Damen an der Ostküste, deren Haus zwar den Bürgerkrieg überlebte, aber dann vom Tsunami dem Erdboden gleich gemacht wurde
Heute leben die zumeist Kriegswitwen von Schmuckproduktion. Hier füllen sie gerade einen verkürzten Businessplan aus.

Während ihrer Zeit in Sri Lanka hat sie in Colombo gewohnt und durfte Augenzeugin werden, wie ein schlimmer Monsunregen Teile des Landes so stark überschwemmte, dass Katastrophenhilfe für die Anwohner nötig war. Eine beispiellose Zahl an Ehrenamtlichen fand sich in dieser Zeit zusammen, sie organisierten Tag und Nacht und packten Tüten mit Lebensmitteln, Medikamenten und Kartons mit Kleidung. Rebecca hat dort auch mitgeholfen und trotz der kurzen Zeit viele neue Freunde gefunden. Einer der Hauptorganisatoren war Saranga, der uns übers Wochenende zu sich nach Hause eingeladen hatte. 

Rebecca war beim Verteilen von Putzmitteln dabei und konnte über soviel Freundlichkeit und Dankbarkeit der Bewohner im Überschwemmungsgebiet nur staunen

Saranga wohnt bei seinen Eltern in Panadura, eine gute Busstunde südlich von Colombo bzw. knapp zwei Stunden von Negombo entfernt.

Der Bus war überfüllt, deswegen durften wir vorne beim Fahrer sitzen. Man sieht Niko an, was er von dessen Fahrmanövern hielt.

In Colombo mussten wir umsteigen und uns am sehr unübersichtlichen Busbahnhof zurechtfinden. Erst mithilfe eines Mitarbeiters konnten wir den richtigen Bus identifizieren, dachten wir zumindest. Als der Fahrer nach zehn Minuten einstieg und wir ihm erklärten, wo wir hin wollten, machte er nur ein verwirrtes Gesicht. Tatsächlich kam der Mitarbeiter kurz darauf wieder und meinte wir wären doch im falschen Bus gelandet. Der nächste hatte sich aber als richtig erwiesen.

Hier wohnt Saranga mit seiner Familie, nebenan wohnen Tante und Onkel

Saranga und seine Familie waren unglaublich gastfreundlich. In den drei Tagen, die wir bei ihm verbracht haben, wurden wir dreimal täglich von seiner Mutter oder seiner Tante vorzüglich bekocht, sein Onkel fuhr uns zu Sehenswürdigkeiten in der Gegend und Saranga selbst war sehr darum bemüht, uns jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Da Rebecca sich sehr für die singhalesische Küche interessiert, hat seine Mutter ihr sogar einen Kochkurs gegeben. Dazu musste sie zwar morgens um 6 Uhr aufstehen, aber nun kann sie Hopper machen, zumindest theoretisch. Die passenden Pfannen für die schalenförmigen Pfannkuchen müssen wir uns vor Ende der Reise noch zulegen.

Natürlich gab es zusätzlich zu den üppigen Hauptspeisen auch noch Nachtisch, dies sah allerdings nur so aus, denn es war das Frühstück – auch wenn zum Milchreis traditionell ein Zwiebel-Chili Gemisch serviert wird
Rebecca hat den Kochkurs von Sarangas Mutter ernst genommen und jede Menge Notizen gemacht
Hier brutzelt ein Egghopper im Hopperpfännchen

Am nächsten Tag besuchten wir zusammen mit Saranga und seinem Onkel Richmond Castle, das alte Wohnhaus des Governeurs von Sri Lanka. Ein traumhaftes Anwesen, dem man sein Alter allerdings an einigen Stellen deutlich ansieht und das obwohl das Haus in den letzten Jahren bereits nach und nach restauriert wurde. Da der ehemalige Besitzer kinderlos verstarb, hat er es einer Stiftung vermacht, die im ehemaligen Bedienstetenquartier nun ein Kinderheim für Jungen betreibt. Für die Jungs muss das Anwesen wie ein riesiger Abenteuerspielplatz sein.

Richmond Castle
Von innen war leicht zu erkennen, dass noch weitere Sanierungen nötig sind
Trotzdem hat das Haus eine tolle Atmosphäre

Ganz in der Nähe von Richmond Castle befindet sich Kalutara Bhodi, einer der größten Buddhistentempel in der Gegend. Die meisten Sri Lankis sind Buddhisten, daher war der Tempel samstags sehr gut besucht. Insbesondere die große weiße Kuppel, in der man die Lebensgeschichte Buddhas in Bildern festgehalten hat und die zur Meditation genutzt werden kann, fanden wir sehr beeindruckend.

In der stillen Meditationskuppel mit Buddhas Lebensgeschichte am unteren Rand der Kuppel
Auf der anderen Tempelseite ging es umso farbenfroher zu
Überall im Tempel werden Blumen als Opfergaben dargebracht
Diese kann man am Straßenrand erstehen

Panadura liegt direkt am Meer, daher durfte ein Besuch am Strand nicht fehlen. Wegen der hohen Wellen und gefährlichen Strömungen kann man allerdings nicht schwimmen. Das erste, was uns am Strand auffiel, war das Wrack eines Schiffs, das vor drei Jahren gekentert ist und an den Strand getrieben wurde. Dass man in Sri Lanka seinen Müll einfach an Ort und Stelle fallen lässt und sich nicht weiter drum schert, wussten wir ja leider schon. Dass dies aber sogar mit ganzen Schiffen gemacht wurde, war dann doch eine neue Größenordnung. Auf jeden Fall gibt es scheinbar keine Pläne das Wrack zu bergen und so rostet es nun am Strand vor sich hin.

Das Wrack ist nur schwer zu übersehen
Wieviele Jahre es wohl dauert bis es sich von selbst aufgelöst hat?
Niko knüpft an Rebeccas vergebliche Versuche in Neuseeland an, Muscheln für’s Abendessen zu finden

Da Saranga montags zu unserem und insbesondere seinem Bedauern wieder arbeiten musste, haben wir uns sonntags auf den Weg weiter Richtung Süden gemacht. Er hatte uns Beruwela empfohlen, da man dort gut schwimmen kann. Nachdem wir schon den Busfahrplan studiert hatten und kurz vor der Abreise auf gepackten Rucksäcken saßen, kam sein Onkel vorbei und bot erneut an uns zu fahren. Wir wissen gar nicht, wie wir das alles wieder gut machen sollen, da sich die ganze Familie beharrlich geweigert hat, außer unseren kleinen Gastgeschenken aus Malaysia und Bali etwas anzunehmen.

Unsere Unterkunft in Beruwala war eine der einfachsten, die wir bisher hatten. Dafür lag sie aber direkt am Meer und vom Balkon aus konnte man herrlich den Sonnenuntergang beobachten. Der Sohn des Besitzers sprach sogar deutsch, da er zwei Jahre in Magdeburg gewohnt hatte. Dort hat es ihm zwar nicht gefallen, auch wegen des mehr oder weniger offenen Rassismus, dem er leider nicht entgehen konnte, aber er will trotzdem wieder zurück nach Deutschland, um eine Ausbildung als Hotelfachmann zu absolvieren. Sicherlich keine schlechte Idee, da er dann vielleicht erkennt, dass er die Zimmer in dem Zustand eigentlich keinem anspruchsvollen deutschen Touristen zumuten kann…

Dafür lief uns das Wasser im Munde zusammen beim Gedanken an die Stringhopper mit perfekt gewürztem Dhal und Kokosnusssambol, die es jeden Morgen zum Frühstück gab
Balkon mit Meerblick
Sonnenuntergang in Beruwala
Saranga wäre natürlich am liebsten bei uns geblieben
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